Automobilwerbung :
Volkswagen erzählt bewegende Vater-Sohn-Geschichte

Ein sechs Minuten langes Road Movie von Volkswagen Dänemark inszeniert mit herausragendem Storytelling den lebenslangen Kampf eines Sohns um die Liebe seines Vaters.

Text: Manuela Pauker

VW Dänemark überzeugt mit einem emotionalen Road-Trip.
VW Dänemark überzeugt mit einem emotionalen Road-Trip.

Glückliche Familien dominieren die Geschichten, die in Werbespots erzählt werden, nach wie vor. Von einem solchen Szenario ist der neue Spot von Volkswagen Dänemark jedoch weit entfernt.

Der Clip, mit einer Länge von über sechs Minuten eigentlich eher ein Kurzfilm, erzählt die Geschichte einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung. Wie schwierig, ist in dem Road Trip, den der erwachsene Sohn auf Drängen der Mutter mit seinem alten Vater unternimmt, schnell zu sehen: Die Stimmung schwankt während der Fahrt in dem alten Käfer-Cabrio meist zwischen angespannt und explosiv.

Seelische Wunden brechen auf

Im Laufe der Reise beginnt der Sohn, der offensichtlich viele unbewältigte familäre Konflikte mit sich herumschleppt, seinen Vater zu verstehen. Und auch dessen starke emotionale Verbindung zu dem Fahrzeug, das er in manchen Momenten mehr zu lieben scheint als seinen eigenen Sohn. Der allerdings im Verlauf des Trips bemerkt, welche Bedeutung der Wagen hat. Nicht nur für den Vater, sondern auch für ihn selbst.

Die Geschichte, umgesetzt von der Agentur Very Agency (Creative Director: Thomas Pries) in Zusammenarbeit mit der Produktion Shoot Happens, besticht nicht nur durch brilliantes Storytelling und hervorragende Darsteller. Die Story ist bis hin zu kleinsten Details stimmig inszeniert – etwa der alten Volkswagen-Tasse, die der Sohn an einer Tankstelle mit Kaffee auffüllen lässt. Oder der Fußmatte im Auto, auf die er den Kaffee kurz danach verschüttet – worauf sein Vater mit einem heftigen Ausbruch reagiert.

Sune Svanborg Sørensensen ist nicht nur Regisseur des Spots, vom ihm stammen auch Idee und Skript. Er ist der Ansicht, dass solche dysfunktionalen Familien viel echter wirken als die klassischen glücklichen Familien, die in erste Linie materielle Ziele propagieren. Sørensensen in einem Interview mit dem US-Fachmagazin Adweek: "Ich glaube, dass jeder, der sich mit etwas identifiziert und sich emotional mit einer Geschichte verbunden fühlt, auch eine starke Verbindung zu dem Absender dieser Geschichte herstellt." Das funktioniere aber nur, wenn man damit aufhöre, die Welt zu idealisieren und anfange, authentisch zu sein.

Von dem Spot gibt es neben der Sechs-Minuten-Fassung auch noch eine zehn-minütige Version, die die in erster Linie bei Festivals eingesetzt werden soll.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde