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Volkswagen wirbt in Sonntagsblättern um Vertrauen

Der kriselnde Autohersteller Volkswagen zeigt in seitengroßen Zeitungsanzeigen Demut. "Wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen zurückzugewinnen", heißt es in dem Text, der prominent in mehreren auflagenstarken Sonntagsblättern abgedruckt war. Ein notwendiger Schritt, denn die Lage wird immer ernster.

Text: W&V Redaktion

- 15 Kommentare

Der kriselnde Autohersteller Volkswagen zeigt in seitengroßen Zeitungsanzeigen Demut. "Wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen zurückzugewinnen", heißt es in dem Text, der prominent in mehreren auflagenstarken Sonntagsblättern abgedruckt war. Auch auf der Homepage www.volkswagen.de waren die Worte zu finden. Es gibt zwei Textvarianten: Auf Facebook schließt der Konzern mit den Worten "Wir werden alles tun, um euer Vertrauen zurückzugewinnen". In Blättern wie der "Süddeutschen" heißt es dagegen: "Wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen zurückzugewinnen." Die Anzeige stammt von der Agentur Grabarz & Partner. VW hatte das Motiv am Sonntag und am Montag geschaltet. Das war es allerdings erst einmal: "Mit gleichem Bezug sind darüber hinaus aktuell keine weiteren Kommunikationsmaßnahmen vorgesehen", so ein Sprecher zu W&V Online.

"Eigentlich sollte hier unsere Anzeige zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung stehen", lautete die Überschrift. Darunter betonte VW, geplant sei gewesen, Deutschland zur Einheit zu gratulieren und sich bei Kunden, Mitarbeitern und Handelspartnern zu bedanken. Stattdessen muss der Konzern nun um Vertrauen werben. Ein notwendiger Schritt in der Krisenkommunikation. Denn das Konzern-Image leidet massiv unter dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen, die Aktie ging auf Talfahrt. Experten sprechen von einer existenzbedrohenden Krise und einer sehr ernsten Lage.

Auch in der Sonderausgabe der "Bild"-Zeitung zur Deutschen Einheit ist Volkswagen prominent mit großformatigen Anzeigen vertreten. Die Motive sind die ursprünglich geplanten, denn die Ausgabe wurde Monate vorher geplant. Am Sonntagabend war Volkswagen in der Fernseh-Primetime mit der "Think New"-Kampagne vertreten. Der Autokonzern bewirbt damit jetzt den neuen Passat GTE.

Um Vertrauen zurückzugewinnen, bemüht sich Volkswagen nun um maximale Transparenz. So arbeitet eine Taskforce an der Aufklärung der Abgasaffäre. Dazu gehört auch eine amerikanische Kanzlei, die laut "Spiegel" ihre Arbeit in Wolfsburg bereits aufgenommen hat. In den nächsten Tagen sollen weitere Ermittler nach belastendem Material in Archiven und auf E-Mail-Servern suchen. Schon jetzt zeichnet sich laut "Spiegel" ab, dass die Führungskultur im Konzern entscheidend dazu beigetragen hat, dass es überhaupt zu dem Betrug kommen konnte. (dpa/fs/app)

Das Anzeigenmotiv:

Der Facebook-Post:


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15 Kommentare

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Anonymous User 6. Oktober 2015

Es geht immer noch schlimmer!

Anonymous User 5. Oktober 2015

Brutalst mögliche Auffklärung! Huähähähä!

Anonymous User 5. Oktober 2015

Ach, sooo, Zielgruppen-Marketing. Aber ob "euer Vertrauen" oder "Ihr Vertrauen" ist eigentlich sowieso egal -- hin ist hin. Wir haben als Kinder einmal gelernt, dass eine aufrichtige Entschuldigung verbunden mit einer guten Protion Einsicht und Reue helfen kann. Habe ich da eigentlich etwas überlesen?

Anonymous User 5. Oktober 2015

Ach, sooo, Zielgruppen-Marketing. Aber ob "euer Vertrauen" oder "Ihr Vertrauen" ist eigentlich sowieso egal -- hin ist hin. Wir haben als Kinder einmal gelernt, dass eine aufrichtige Entschuldigung verbunden mit einer guten Protion Einsicht und Reue. Habe ich da eigentlich etas überlesen?

Anonymous User 5. Oktober 2015

@ all
Es gibt zwei Textvarianten: Auf Facebook schließt der Konzern mit den Worten "Wir werden alles tun, um euer Vertrauen zurückzugewinnen". In Zeitungen wie der "Süddeutschen" heißt es: "Wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen zurückzugewinnen."
Die Agentur ist Grabarz & Partner.
Wir ergänzen die Infos immer, sobald wir etwas Neues erfahren.

Anonymous User 5. Oktober 2015

Der gezeigte Screenshot ist von der Facebook-Page, darum wird da gedutzt. In den Tageszeitungen stand "Ihr Vertrauen."

Anonymous User 5. Oktober 2015

Stimmt, das mit dem "euer Vertrauen" ist ja wirklich der Hammer. Das kann doch aber nur ein Tippfehler sein. Denn in dieser Situation, diesem Vertrauenbruch die Kunden - und alle anderen direkt und indirekt Betroffenen wie Mitarbeiter und Wirtschaft - plump zu dutzen wäre extrem anbiedernd und oberpeinlich. Aus der Hüfte geschossen - durch die Brust und prompt ins Auge gegangen.

Anonymous User 5. Oktober 2015

"Vertrauen"? Länder wollen durch die Betrugsaktion u.a. die Steuern für unsere Dieselkraftfahrzeuge erhöhen! Durch die unersättliche Gier der VW-Aktionäre müssen nicht nur die VW-Dieselhalter mehr zahlen, sondern alle (!) Dieselkraftfahrzeughalter... Somit müssen auch wir für den VW-Betrug mitzahlen! Ebenso wurde nun ausgelöst, daß Dieselfahrzeuge nicht mehr "subventioniert" werden sollen und somit ein Umsteigen auf Benziner stattfinden wird. Auch andere Autohersteller leider darunter. Statt billige "Vertrauens-Anzeigen" muss eine "Wiedergutmachung", in Form einer sofortigen Begleichung der Schuld stattfinden - mit allen Konzernkonzequenzen!

Anonymous User 5. Oktober 2015

VW schreibt in der Anzeige "euer Vertrauen". Etwas förmlicher mit "Ihr Vertrauen" wäre in dieser Situation wahrscheinlich angemessener, falls diese Anzeige überhaupt sinnvoll ist.

Anonymous User 5. Oktober 2015

Wie wäre es einfach mit dem demütigen Wort:
ENTSCHULDIGUNG?

Anonymous User 5. Oktober 2015

sic tacuisset ... Hättest Du nur geschwiegen!
Vertrauen erwirbt man durch Taten, nicht durch Worte. Wenn VW nun Ernst macht mit seinem hohen Anspruch auf dem Papier, dann stellt sich auch wieder der Erfiolg ein. Die PR-Gags kann man sich zwischenzeitlich sparen,

Anonymous User 5. Oktober 2015

Eigentlich überflüssig.

Anonymous User 5. Oktober 2015

Von welcher Agentur ist die Anzeige denn kreiert?

Anonymous User 5. Oktober 2015

Erinnert ein wenig an eine Sterbeanzeige und erinnert die Kunden noch mehr an den Abgasskandal, ohne eine echte Lösung zu bieten. Verheerend aus Markensicht!

Anonymous User 5. Oktober 2015

Bullshit

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