Vor dem Champions-League-Finale kapert Adidas die Münchner Innenstadt

Adidas, Sponsor sowohl vom FC Bayern als auch vom FC Chelsea, macht aus der Münchner Fußgängerzone eine "Rivalitätsmeile" und macht ein Kaufhaus zur Projektionsfläche einer riesigen 3D-Lasershow.

Die Nervosität vor dem Champions-League-Finale in München steigt. Die Hotelpreise haben sich verdoppelt, die Public-Viewing-Leinwände sind aufgebaut, Ticket-Fälscher werden festgenommen. Adidas, Sponsor sowohl des FC Bayern als auch des FC Chelsea, heizt die Atmosphäre noch an und hat die Münchner Fußgängerzone zur "Rivalitätsmeile" erklärt. An verschiedenen können die Passanten Farbe bekennen und ihre Sympathien bekunden: Setzten sie sich auf einen der roten, oder einen der Blauen Steine am Stachus-Brunnen? Bestellen sie bei McDonalds einen Bayern- oder einen Chelsea-Kaffeebecher? Lassen sie sich ein Eis mit roten oder blauen Streuseln schenken? Wer nicht vor Ort ist, kann auch online mit einem Avatar mitmachen.

Höhepunkt der Aktion ist eine Laser-Show, die um 22.00 auf das Gebäude des Kaufhauses Hirmer projiziert wird. Dazu müssen nach Ladenschluss die Fenster verklebt, die Straßen-Laternen gelöscht werden und umliegenden Geschäfte schalten ihre Leucht-Reklame aus. Ein Laser tastete das Gebäude extra ab, bevor das Video entstand, damit die Projektion alle Unebenheiten der Fassade berücksichtigt und keine hässlichen Schatten oder Ähnliches zu sehen sind. Der Film zeigt die Zustimmungsraten für die beiden Mannschaften, die tagsüber mit verschiedenen Aktion auf der Rivalitätsmeile erhoben wurden. Zum letzten Mal live ist er am Abend des 18. Mai zu sehen.

"Normalerweise braucht man drei bis sechs Monate Vorlaufzeit, um so ein Projekt umzusetzen", so Detlef Grap. Er hat als Geschäftsführer der out-of-Home-Agentur Posterscope die Aktion mit umgesetzt. "Doch wir hatten nur drei Wochen Zeit." Seitdem die vier Halbfinalisten feststanden – drei davon Adidas-Mannschaften – war klar, dass das Unternehmen vor dem Finale in der Stadt präsent sein würde. Für die jetzige Aktion brauchte Adidas zahlreiche Genehmigungen der Stadt, und die umliegenden Geschäfte der Münchner Innenstadt mussten vom Mitmachen überzeugt werden. Adidas, Posterscope, die Kreativ-Agentur Heimat und die Filmproduzenten Minivegas haben für die vergangenen Wochen eigens ein gemeinsames Büro angemietet.


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