Krisenstrategie gesucht :
VW-Dieselgate gefährdet alle deutschen Automarken

Der Machtkampf an der Spitze und der Abgang des Patriarchen Piëch hatten VW bereits erschüttert. Und jetzt auch noch das: Der Manipulations-Skandal in den USA droht sogar das Image sämtlicher deutscher Hersteller in der Welt nachhaltig zu beschädigen. Es braucht dringend eine Krisenstrategie.

Text: Markus Weber

21. Sep. 2015 - 4 Kommentare

Volkswagen hatte eigentlich schon genug Probleme. Der brutale Machtkampf an der Konzernspitze und der Abgang des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch hatten den Konzern bereits erschüttert. Ausgelöst worden war der in der Außenwahrnehmung beinahe schon absurd anmutende Hahnenkampf nicht zuletzt durch die Probleme der Kernmarke VW, die mit schwachen Renditen kämpft.

Und jetzt auch noch das: Der Skandal um die Manipulation der Diesel-Abgaswerte in den USA wird nicht nur für Volkswagen kaum absehbare Konsequenzen haben. Er droht, das Image sämtlicher deutschen Hersteller weltweit zu beschädigen. Jahrzehntelang warben die heimischen Autobauer in den Auslandsmärkten vor allem mit der Verlässlichkeit und Detailverliebtheit der deutschen Ingenieure. Die Tüftler der automobilen Entwicklungslabore in ihren weißen Kitteln durften gerne ein bisschen neurotisch oder gar trottelig herüberkommen, solange am Ende ihr Perfektionismus siegt und das Auto sämtlichen Testanforderungen - und nicht nur denen - standhält.

Dieser Nimbus könnte nun bröckeln. Wenn die Autoindustrie nicht aufpasst. Deshalb ist jetzt auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) gefragt, schnellstens Strategien dafür zu entwickeln, dass der Imageschaden am Ende tatsächlich auf VW beschränkt bleibt. Und selbst dieser Schaden ist dann natürlich immer noch schlimm genug.

Bei Volkswagen selbst zeigen sich unterdessen auch die Arbeitnehmervertreter bestürzt über die Nachricht vom Abgas-Skandal in den USA. Der Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh sagte dem "Stern": "Wir als Arbeitnehmervertreter nehmen die Vorwürfe sehr ernst und sind geschockt. Das muss jetzt mit aller Konsequenz und Offenheit aufgeklärt werden. Und wir müssen Konsequenzen daraus ziehen."


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



4 Kommentare

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Anonymous User 21. September 2015

So ist das eben heute: Gelogen und betrogen wird eigentlich immer und überall, wenn es um Geld und Macht (was ja schließlich auch dasselbe ist) geht. Ich frage mich nur immer wieder: Hat man vorher wirklich geglaubt, dass das nicht rauskommt - war man zu dämlich oder zu dreist. Für beides kann man sich jetzt schämen - oder auch nicht.

Anonymous User 21. September 2015

Lieber Texter, so kommentieren eben die Jungs in den sogenannten sozialen Medien! Mehr fällt mir zu Deinem Kommentar nicht ein! Was ist eigentlich sozial an diesen Medien? Ist doch lediglich ein raffiniert gewählter Monster-Begriff! "Social Media" ist im Zweifel noch ekliger als "Old Media". Alles dient einer stetigen Manipulation!

Anonymous User 21. September 2015

@ John
Brauchst du irgendwie Hilfe?

Anonymous User 21. September 2015

Normalerweise würde man sagen, VW hat ein Abgasproblem! Das ist in dieser Dimension zwar nicht witzig! Aber es wird behoben werden, man wird sich anständig entschuldigen und Schluss ist mit dem Skandal! Stattdessen werden die Medien mit allen Möglichkeiten der schmutzigen Dramarturgie alles versuchen der gesamten deutschen Automobilindustrie zu schaden! Warum? Weil sie mehr oder weniger doch irgendwie alle Handlanger der amerikanischen Interessen sind! Was für ein krankhafter Reflex! F.J.Strauss hat es mal sehr heftig bezeichnet, er musste sein Leben lang dafür büßen! Und selbst nach seinem Tode wurde und wird noch immer tonnenweise Gülle über ihn geschüttet! Es soll eben ein dickes, fettes Signal an alle, die sich mal trauen könnten sich zu wehren! Es heißt: seht her, so wird es Euch ergehen wenn ihr Euch mal trauen solltet!

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