Kundenaufstand bei United Airlines :
Warum Airlines nicht auf Tomatensaft verzichten sollten

Sie fliegen nie ohne Tomatensaft? Dann können Sie die Aufregung verstehen, die bei Fluggästen entstand, als United Airlines den roten Gemüsetrank einsparen wollte.

Text: Petra Schwegler

Sogar Vince Ebert erforschte das Tomatensaft-Flugreisen-Phänomen schon in seiner ARD-Wissenssendung am Vorabend.
Sogar Vince Ebert erforschte das Tomatensaft-Flugreisen-Phänomen schon in seiner ARD-Wissenssendung am Vorabend.

Dass der an sich öde Tomatensaft an Bord von Flugzeugen deutlich besser schmeckt und daher bei Reisenden sehr beliebt ist, haben Forscher vor einigen Jahren am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP in Holzkirchen wissenschaftlich nachweisen können.

Dass er aber den Fluggästen schier unersetzlich scheint, wurde erst jetzt bekannt: Als amerikanischen Passagieren auf Kurzstrecken der US-Linie United Airlines vergangene Woche aus Spargründen ihr roter Genuss versagt wurde, meuterten sie kurzerhand. Öffentlich, im Social Web. Sogar ein deutsches Luftfahrt-Fachblatt berichtete und twitterte darüber.

Es sprach sich fix herum in der Flugbranche, dass Passagiere schon mal auf Zeitschriften oder einen Jim-Beam-Whisky verzichten können, der übrigens auf den United-Kurzstrecken auch versiegt ist. Aber es wurde den Anbietern offensichtlich schnell klar, dass es zum Kundenaufstand kommt, wenn Tomatensaft aus dem Sortiment fliegt.

Kleinere Mitbewerber wie Alaska Air nutzten den United-Airlines-Fauxpas gleich mal zu Werbezwecken bei Twitter:

Und United Airlines? Ruderte nur einen Tag später kleinlaut zurück und reaktivierte den Tomatensaft-Ausschank.

Seither spaltet der Gemüsedrink wieder die Gemüter der Fluggäste an Bord von United Airlines.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.