Lesetipp :
Warum die Content-Marketing-Blase bald platzen könnte

Dieses Jahr wird Content Marketing seine größten Fehlschläge erleben, die Blase ist bald geplatzt: zu diesem Schluss kommt der "Godfather" of Content Marketing Joe Pulizzi. Warum alles anders wird, erklärt der Gründer des Content Marketing Institute im Lesetipp. 

Text: W&V Redaktion

Content Marketing ist wohl eines der Zauberwörter der Branche. Bei seinem Klang bekommen Agenturchefs und Werbungtreibende leuchtende Augen. Der Grund für die Begeisterung liegt wohl auch in der Schwammigkeit des Begriffs: "Unter Content Marketing", so etwa die Definition von Facit Research, "ist die zielgruppenspezifische Ansprache via On- und Offline-Medien durch qualitativ hochwertige und kreative Inhalte zu verstehen". Hochwertige und kreative Inhalte? Das ist nichts Neues und oft nur pure Augenwischerei, wie "Mr. Media" Thomas Koch zu Recht feststellt. Doch in Zeiten von Adblockern ist die Unsicherheit groß: Methoden wie Native Advertising und Inbound Marketing sollen die Werbe-Inhalte doch noch irgendwie zum Nutzer lotsen.

Ausgerechnet Joe Pulizzi prophezeit jetzt, dass die Content-Marketing-Blase 2016 platzen könnte. Eine erstaunliche Prognose, da es sich bei Pulizzi um den Gründer des Content Marketing Institute (CMI) handelt, der einen der einflussreichsten Blogs zu dem Thema betreibt. Der US-Amerikaner ist allerdings von seiner Einschätzung überzeugt. Er erklärt sie an Hand der ersten drei Stufen von Gartners Hype Circle:

1. "Der technologische Impuls"

Auf einmal konnten Unternehmen jeder Größe ihre Inhalte ins Netz stellen. Das Ergebnis: Ein unkontrollierter Informationsfluss zwischen den Produzenten der Inhalte und den Verbrauchern.

2. "Der Höhepunkt der überzogenen Erwartungen"

Content Marketing ist plötzlich die neueste Antwort. Aufregend und verheißungsvoll wird es zum Allheilmittel schlechthin - laut Pulizzi dauert diese Phase bis heute an.

3. "Das Tal der Ernüchterung"

Nach dem Rausch folgt der Kater. In diesem Jahr, so Pulizzi, ist es soweit.

Gründe für das Platzen der Content-Marketing-Blase gibt es nach Pulizzi viele. Einige von ihnen: Statt auf langfristige Kampagnen konzentrieren sich Unternehmen lieber auf Kampagnen, die von ihnen produzierten Inhalte zielen auf die Marke ab und nicht auf das Publikum. Die Prognose des "Godfather of Content Marketing" lautet deshalb: Es wird seltsam - 2016 wird sowohl zum Jahr der größten Erfolge als auch der schlimmsten Niederlagen.

Ob Pulizzi Recht behält, muss sich zeigen, zu seinen Ausführungen zum aktuellen Content-Marketing-Rummel geht es hier. Sollte sich die Prognose des CMI-Gründers erfüllen, besteht jedoch noch Grund zur Hoffnung: Denn aus dem Tal der Ernüchterung folgt nach Gartners Hype Circle schlussendlich die "Hochebene der Produktivität". Den Weg dorthin könnte vielleicht eine Studie von BBC Storyworks in London weisen: Sie testet neue Wege, um die emotionalen Auswirkungen von Content geführten Marketinginitiativen zu verstehen. Mithilfe der Untersuchung der Gesichtsausdrücke von 5153 digitalen Verbrauchern aus Australien, Hongkong, Singapur, USA, Kanada und Deutschland kommt sie dabei zu folgendem Schluss:

  

  


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