Kooperation :
Warum Flying Uwe so gern für Axe wirbt

Der Fitness-YouTuber stellt für Axe einen neuen Rasierduschschaum vor und bastelt auch an der Geschenkpackung mit. So recht zur Axe-Kommunikation passt das alles aber nicht.

Text: Conrad Breyer

"Dusche und Body-Rasur gehören für mich einfach zusammen." Flying Uwe zeigt gerne seine rasierten Oberarme.
"Dusche und Body-Rasur gehören für mich einfach zusammen." Flying Uwe zeigt gerne seine rasierten Oberarme.

Axe bietet jetzt noch mehr Männerware. Neben den bekannten Deos und Duschgelen hat das Unternehmen neuerdings auch ein Rasierduschgel im Programm: Duschen und rasieren, viele Sportler machen das gern gleichzeitig. Nackte Muckis machen was her.

Die Hamburger Agentur Dokyo, die für Axe wirbt, hat für den Produktlaunch den YouTuber Flying Uwe verpflichtet. Und der hat die Aufgabe gerne übernommen. "Seit meiner Jugend bin ich ein Axe-Fan", sagt er. Neben den Videos habe er auch noch das Geschenkpack mitentworfen. "Das Dokyo-Briefing ließ mir viel Raum für eigene Ideen, von der Entwicklung des Geschenkpacks bis hin zur Story." Hier der Film:

Passt zu Flying Uwe, aber nicht so recht zur originellen, oft abgefahrenen Axe-Kommunikation. Aber das sei halt so, sagt die Agentur, wenn man mit Influencern arbeite. Die hätten ihren eigenen Stil, ihre eigenen Fans.

Flying Uwe ist ein Fitness- und Kampfsport-Fan, zweimal pro Tag trainiert er. Mit über einer Million Abonnenten ist Flying Uwe eines der Idole in der Szene; seine Fitness- und Martial-Arts-Videos erreichen teilweise bis zu 700.000 Zuschauer. Für Dokyo ist er deshalb der perfekte Markenbotschafter.

Im Einklang mit Recht und Gesetz

Flying Uwe macht gerne Werbung, wenn sie zu ihm passt. "Ich bekomme viele Anfragen." Wenn er allerdings merkt, dass es noch viele Unsicherheiten gebe oder manche Agenturen zuviel wollten, lasse er die Finger davon. "Für uns YouTuber ist es wichtig, dass wir ein Teil des kreativen Prozesses sind." Agenturen sollten nicht zu viel vorgeben.

Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) hatte Flying Uwe kürzlich ein Bußgeld von 10.500 Euro aufgebrummt, weil er es trotz mehrfacher Hinweise unterlassen habe, drei YouTube-Videos, in denen er einige Produkte ausgiebig positiv darstellte, als Dauerwerbesendung zu kennzeichnen. Das verstoße gegen die Werbebestimmungen des Rundfunkstaatsvertrags. Bei Axe stimmt aber alles: Das Video ist als Werbung gekennzeichnet, verweist auf Amazon und Filialen der Drogeriemarktkette Müller.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.