Das ist wichtig, denn Wiedererkennung bedeutet Präsenz, Präsenz kann in Vertrautheit und Vertrautheit in Vertrauen überführt werden. Aber auch Wortmarken können so bildhaft gestaltet werden, dass sie Ikonen sind, denken wir an Coca-Cola oder IBM.

Dass neuerdings zahlreiche Modemarken wie Burberry oder Yves Saint Laurent und zahlreiche andere in Bezug auf das Logo immer ähnlicher werden, weil sie der "Mode" von Versalien und Groteskschriften folgen und sich auch in Bezug auf die anderen Designelemente weniger unterscheiden, ist aus Sicht der visuellen Markenführung nicht von Vorteil.

Welche Schlüsse können wir aus den Beispielen für die visuelle Markenführung ableiten? Die Markenelemente jedes Markenauftritts sind wertvoll. Sie müssen ohne Zweifel mit der Zeit gehen um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Aber man sollte mit Bedacht vorgehen. Radikale Neugestaltungen wie Merck mögen ihre Begründung haben – aus dem Blickwinkel der visuellen Markenführung bedeuten sie den Gang zurück auf Los. Marken wie Nürnberger Versicherungen oder Kuka wurden in den letzten Jahren behutsam visuell weiterentwickelt, ohne das visuelle Erbe völlig zu ignorieren. Denn die wenigsten Markenverantwortlichen haben die finanziellen Mittel, neue Auftritte in unserer schnelllebigen Zeit schnell und breit zu verankern, um die nötige Markenpräsenz zu erzeugen.

Der Autor: Christopher Wünsche ist Gründer der Münchener Marken- und Kommunikationsberatung Truffle Bay Management Consulting


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W&V Redaktion
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