Relaunch :
Was Achim Schaffrinna vom neuen Seat-Logo hält

Seat hat seinem Markenzeichen überarbeitet. Welche Veränderungen gibt es? Und was steckt dahinter? Design-Blogger Achim Schaffrinna erklärt es auf W&V Online.

Text: Katharina Hannen

27. Sep. 2012 - 1 Kommentar

Während man bei Microsoft ein Vierteljahrhundert wartete, Ebay sich 17 Jahre Zeit ließ, präsentiert Seat ein neues Logo "schon" nach 13 Jahren. Im Rahmen der Automobilmesse Mondial de l'Automobil hat der spanische Fahrzeughersteller sein überarbeitetes Markenzeichen nun in Paris vorgestellt. Es ist Teil einer großangelegten Firmenoffensive und entstand in zweijähriger Zusammenarbeit zwischen dem Seat Design Center und der Abteilung Marketing-Kommunikation. W&V Online hat den Design-Blogger Achim Schaffrinna gefragt, was er von dem neuen Logo hält.

"Mit dem neuerlichen Redesign wurde das Logo zum fünften Mal in der Geschichte der Automarke verändert, zuletzt im Jahr 1999. Regelmäßige Anpassungen der visuellen Identität eines Unternehmens oder einer Marke sind schon allein deshalb unabdingbar, weil sich auch die Gesellschaft weiter entwickelt und mit ihr die Medienwelt. Insofern ist die Maßnahme generell nicht verwunderlich.

Seat selbst spricht von einem "Wandlungsprozess", den der Automobilhersteller vollzogen habe. Wenn ein neues Modell vorgestellt wird oder sich der Webauftritt verändert - so etwas kriegt man mit, auch als Nicht-Markenexperte. Offen gesagt fällt es mir allerdings schwer, einen Prozess zu erkennen, und das sage ich auch als ehemaliger Seat-Leon-Fahrer. Dynamik, Fahrspaß und Emotionalität sind jedenfalls schon seit langer Zeit Wesensmerkmale der Markenidentität. Auch Rot als dominierende Farbe bleibt im Markenauftritt erhalten.

Das modifizierte Chrom-S orientiert sich nun stärker am Emblem, so wie es sich auf den Fahrzeugen zeigt. Ein Trend, der vor einigen Jahren einsetzte und dem übrigens auch Volkswagen zuletzt mit einem vergleichsweise unauffälligen Redesign des VW-Markenzeichens folgte. Das Seat-Markenzeichen ist hingegen sichtlich schärfer und kantiger geworden, es wirkt insgesamt technischer, allerdings auch weniger filigran als sein Vorgänger. Der Schriftzug wurde dezent verändert, auch er wirkt nun technischer.

Interessanterweise wurde in den letzten drei Redesigns des Seat-Markenzeichens jeweils eine der Diagonalen, die für das Logo so charakteristisch sind und die Ausdruck von Dynamik und Sportlichkeit symbolisieren sollen, entfernt. 3, 2, 1… und was kommt als nächstes? Vereinfachungen, wie zuletzt bei Microsoft oder auch bei Ebay sind DER Designtrend der letzten zehn Jahre. Die Umstellung der Logos automobiler Marken auf einen Chrom-Look sind ein weiterer. Seat liegt also voll im Trend. Eine Marke, die als Trendsetter wahrgenommen werden möchte, müsste diesen Entwicklungen allerdings einen Schritt voraus sein."

Achim Schaffrinna ist Art Director und Designberater und betreibt das grimmepreisgekrönte Blog Designtagebuch.


1 Kommentar

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Anonymous User 17. Oktober 2012

Ich bin nicht begeistert. Ok, das unvermeidliche 3D-Gepräge ist zu verstehen, haben ja auch alle anderen so. Schecht ist der Zerfall von Wort- und Bildmarke. Auch wenn das Bildzeichen ohne Rot nun klarer wirkt, so will es jetzt nicht mehr zum Schriftzug passen. Es ist schon übel, wenn man ein 2-teiliges Logo hat, dann sollte man aber auf Bindung und Harmonie achten.

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