New York Fashion Week :
Was es mit dem Diesel-Fake-Shop in China Town auf sich hat

Der "Deisel"-Pop-up-Laden auf der Canal Street verkauft billige Diesel-Imitate. Doch nichts ist wie es scheint.

Text: Judith Pfannenmüller

Bei Deisel gibt es Diesel. Oder?
Bei Deisel gibt es Diesel. Oder?

Diesel gehört seit Jahrzehnten zu den Marken, die immer wieder kopiert werden. Firmenboss Renzo Rosso steuert gegen, indem er die Denims jede Saison mit neuen Leder-Labels, unterschiedlichen Nieten oder Knöpfen ausstattet und Raubkopierern damit das Leben schwer macht.

Anlässlich der New York Fashion Week kopiert sich Diesel ausnahmsweise einmal selbst. Mitten im Herzen von China Town, auf der beliebten Meile für Markenimitate - der Canal Street -, hat Firmengründer Rosso vor ein paar Tagen seinen eigenen Fake Store eröffnet - ganz wie die Läden in der Nachbarschaft im authentischen Billiglook.

Im Pop Up-Laden von Deisel gibt es vermeintliche Diesel-Fakes mit Deisel-Logo zu Schnäppchenpreisen. Doch nichts ist wie es scheint: Niemand weiß, dass es sich eigentlich um eine echte, aber limitierte Kollektion von Diesel handelt. Diesel hat gefilmt, was im Fake-Laden so los ist.

Jetzt hat Renzo Rosso im "Deisel"-Store das Geheimnis gelüftet. Schnäppchenjäger haben noch ein paar Tage Zeit, eines der Unikate zum Imitat-Preis zu ergattern -  bevor die Teile in ausgewählten New Yorker Läden und auf Diesel.com nur noch zu den üblichen Diesel-Preisen zu haben sind.

Gerade kürzlich hat Diesel seine Frühjahrskampagne "Go with the Flaw" gestartet, die das Unperfekte feiert - zum Beispiel Segelohren an ansonsten schönen Models. Die New Yorker Fake-Store-Aktion passt da gut ins Konzept.


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.