OWM-Fachtagung :
Webcam in der Fabrik: Danone will Produktionsstätten öffnen

Überraschend offen, direkt und kritisch präsentierte sich Danone-Geschäftsführer Andreas Ostermayr mit seiner Keynote auf der Fachtagung der OWM in Berlin. Darin kritisiert er den Preiskampf in der Lebensmittelindustrie - und fordert eine "ehrliche Auseinandersetzung".

Text: Rolf Schröter

15. Nov. 2012

Danone-Geschäftsführer Andreas Ostermayr sieht die werbungtreibende Lebensmittelindustrie in der Zwickmühle. "Wer aus der Preisfalle herauskommen will, muss den Verbrauchern die ehrliche Auseinandersetzung mit den Tatsachen zumuten", so Ostermayr. Es gehe darum, besser zu erklären als bisher.

"Ein Kilo Aprikosen für 79 Cent ist kein Schnäppchen, sondern ein unmoralisches Angebot", wetterte der Danone-Chef. Gutes könne auf Dauer nicht billig sein, die Markenartikler hätten sich mit dieser Art zu werben, selbst "ins Knie geschossen", so Ostermayr. Die Werbung sei in eine "'Wir-sind-aber-sehr-nett-Welt' abgedriftet." 

Jetzt sei eine "sachliche Ehrlichkeit" notwendig, fordert Ostermayr. Die Nachprüfbarkeit der Aussagen müsse transparenter und öffentlicher gestaltet werden. "Wir müssen unsere Produktionsstätten öffnen", kündigt der Danone-Chef an. Dies könne zum Beispiel mit Hilfe von Webcams umgesetzt werden.

Gleichzeitig müssten die Medien Formate schaffen, die "Information möglich machen statt Polemisierung". Ostermayr kritisierte dabei die Diskussionsrunden im Fernsehen. "Das Talkshowformat ist dafür nicht geeignet", so der Danone-Chef.

Mehr über die OWM-Fachtagung und die Bilder der Advertiser's Night finden Sie hier.


Autor:

Rolf Schröter
Rolf Schröter

Als Leiter des Marketing-Ressorts der W&V und neugieriger Kurpfälzer interessiert sich Rolf Schröter prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders mag er, was mit Design und Auto zu tun hat. Selbst besessen hat er bislang nur einen schwarzen Ford Capri 2 mit 6 Zylindern und 225er Reifen, sowie einen lichtblauen VW-Käfer, Baujahr 67.



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