Crossmedia Datenpuzzle :
Weihnachtsmuffel lieben Adblocker

Weihnachtsfans versus Weihnachtshasser: Das "Crossmedia Datenpuzzle" fügt diesmal interessante Consumer Insights zum Weihnachtsfest und den Feiervorlieben der Deutschen zusammen.  

Text: W&V Leserautor

62 Prozent der Deutschen sind absolute Weihnachtsfans.
62 Prozent der Deutschen sind absolute Weihnachtsfans.

Weihnachtsfans versus Weihnachtshasser: Das "Crossmedia Datenpuzzle" fügt diesmal interessante Consumer Insights zum Weihnachtsfest und den Feiervorlieben der Deutschen zusammen.  

Kein anderes Fest verzaubert und stresst, vereint und entzweit die Deutschen jedes Jahr aufs Neue so wie Weihnachten. Und dabei ist die heilige Nacht als Höhepunkt der Adventszeit nur der Gipfel des Eisbergs (oder die Spitze des Weihnachtsbaums) in einer wochenlangen Festtagsperiode, in welcher Konsum hierzulande besonders großgeschrieben wird.

Das Fest der Liebe trennt die Spreu vom Weizen: 62 Prozent sind absolute Weihnachtsfans, die sich in dieser Zeit des Jahres durch das Tragen modisch fragwürdiger Weihnachtspullis und morgendliche Kopfschmerzen nach Glühweinabenden mit den Kollegen outen. Und dann gibt es 38 Prozent Mensch gewordenen Grinche, die den Dezember über wohl am liebsten auf einen anderen Planeten auswandern würden und sich zwischen ihren vom Glühwein beseelten Mitbürgern in etwa so wohl fühlen wie Helene Fischer auf einem Böhse Onkelz-Konzert.

Glühweinkopf und Mandelbauch

Die Liebhaber des Weihnachtsfests sind dabei vor allem in Sachsen (Affinität: 132) beheimatet. Diejenigen, die Weihnachten gegenüber eine Abneigung hegen (Affinität: 123), kommen dagegen vor allem aus dem Saarland. Interessanterweise ist der Alkoholkonsum in diesem Bundesland an Weihnachten mit am höchsten. Die Figurbewussten unter den trinkfreudigen Saarländern sollten für ihren Glühwein eine Reise auf den  Kölner Weihnachtsmarkt in Betracht ziehen, denn dort hat der Weihnachtsklassiker mit 201 kcal die wenigsten Kalorien pro Becher. So könnte man bei einem prognostizierten Glühweinverbrauch von 50.000.000 Litern in diesem Jahr einige Kalorien einsparen. Ob die Kalorien-Ersparnis allerdings den Verzehr der gebrannten Mandeln, die für 48 Prozent der Weihnachtsmarktbesucher nicht fehlen dürfen, aufwiegen kann, ist fraglich. Weihnachtsfans müssen dabei gemeiner Weise mehr Willensstärke aufbringen als Weihnachtsmuffel: Bei 18 Prozent der Weihnachtsfans liegt der BMI über 30 und ist somit deutlich höher als der BMI der Weihnachts- bzw. Plätzchen-Verweigerer.

Gebrannte Mandeln und Glühwein sind aber nicht die einzigen Güter, für die Deutschen in der Adventszeit Geld ausgeben. Im Mittelpunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten steht der Austausch von Präsenten – die werden von den Weihnachtsfans allerdings nicht auf dem Weihnachtsmarkt gekauft (1 Prozent), sondern zu gleichen Anteilen (jeweils 43 Prozent) Online sowie Offline im Geschäft. 12 Prozent der Deutschen verschenken zu Weihnachten gar nichts. Eine Zahl, die wenig verwundert, wenn man weiß, dass sich die Weihnachtsverweigerer als menschenfeindlich, düster und unmotiviert beschreiben.

Lieber keine Fitnessstudio-Mitgliedschaft schenken – dafür einen Edeka-Gutschein

Aber seien wir ehrlich – Weihnachten kann wahrlich in Stress ausarten. Weihnachtsfans kann da mit einem Entspannungsurlaub geholfen werden (für 49 Prozent von ihnen liegt er auf Platz 1 der Reise-Charts), während man trotz ihres höheren BMI nur 5 Prozent von ihnen mit einem Fitnessarmband eine Freude machen könnte. Noch schlechter würde da nur eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio ankommen. Betreiber von Relax-Hotels sollten die Weihnachtsfans mit ihren Angeboten vor allem mobil targeten, da 30 % von ihnen auf ihrem PC AdBblocker nutzen. Bei Weihnachtsmuffeln dagegen beißen die Werbungtreibenden komplett auf Granit – sie beschenken ihre Mitmenschen nicht nur seltener, sie nutzen Adblocker auch auf allen Endgeräten. 25 Prozent gaben zudem an, Werbung überhaupt nicht zu beachten.

Für die meisten Deutschen gehört das große Weihnachtsessen fest zum Reigen der Feierlichkeiten dazu. Für den weihnachtlichen Gaumenschmaus geben die Deutschen jedes Jahr durchschnittlich 224 Euro pro Haushalt aus. In Anbetracht dieser Ausgaben erstaunt es wenig, dass 31 Prozent der Deutschen planen, ihre Geschenke selber zu basteln, um ein paar Euro zu sparen. Beim Weihnachtsessen bleiben die Weihnachtsliebhaber im Osten mit Kartoffelsalat mit Würstchen schlicht, aber traditionell, während der Westen sich lieber aufs Trinken statt auf das Essen konzentriert. Aber egal ob Rehrücken oder literweise Wein, 51 Prozent der Weihnachtsfans bevorzugen den Vorweihnachtseinkauf bei Edeka, während 51 Prozent der Muffel lieber bei Lidl zugreifen – wahrscheinlich um den glücklichen Gesichtern der Weihnachtsfans aus dem Weg zu gehen

*Mit dem Crossmedia Datenpuzzle bietet die Düsseldorfer Mediaagentur Crossmedia auf W&V Online regelmäßig eine Kurzanalyse zu Themen des aktuellen Zeitgeschehens. Grundlage jedes "Datenpuzzles" sind bevölkerungsrepräsentative Daten aus "YouGov Profiles", einem Marktforschungsprodukt zur Analyse und Segmentierung von Marken und Zielgruppen. Die Daten werden dabei in Beziehung zueinander gesetzt.


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