Für zuckerreduzierte Lebensmittel :
Weltneuheit: Nestlé entwickelt süßeren Zucker

Nestlé hat einen Strukturzucker entwickelt, der süßer schmeckt als normaler. Damit sollen Süßigkeiten mit 30 Prozent weniger Zucker auskommen – bei gleichem Geschmack.

Text: Verena Gründel

Die Milkybar Wowsomes mit dem neuen Strukturzucker bringt Nestlé vorerst nur in Großbritannien und Irland auf den Markt.
Die Milkybar Wowsomes mit dem neuen Strukturzucker bringt Nestlé vorerst nur in Großbritannien und Irland auf den Markt.

Lebensmittelhersteller geraten immer mehr unter Druck, den Zucker in ihren Produkten zu reduzieren. Zum einen wünscht sich der Verbraucher gesünderes Essen. Zum anderen diskutiert die Bundesregierung immer wieder darüber, Zucker zu besteuern oder zumindest mit einer Lebensmittelampel deutlich zu machen, wie viel Zucker wirklich drin steckt.

Immer mehr Hersteller reduzieren deshalb freiwillig den Zucker in ihren Produkten. Das ist nicht ganz trivial, denn ihn einfach wegzulassen, funktioniert aus geschmacks- und volumentechnischen Gründen oftmals nicht. Komplett neue Rezepturen sind notwendig. Um diese Reformulierung zu vereinfachen, hat Nestlé nun einen neuen Zucker speziell für zuckerreduzierte Produkte entwickelt.

Zucker mit neuer Struktur

Die Forscher des Konzerns haben die chemische Struktur des Zuckers modifiziert. Durch die neue Strukturierung der Zuckerpartikel löst er sich im Mund schneller auf. So soll der Mensch in Süßigkeiten dieselbe Süße schmecken wie bei normalem Zucker, obwohl weniger des kalorienreichen Süßungsmittels drin steckt. 30 Prozent weniger Zucker brauche man damit. Seit einem Jahr arbeiteten die Forscher an dem neuen "Strukturzucker".

Die Schokolade "Milkybar Wowsomes" wird die erste Süßigkeit mit dem Strukturzucker sein. Nestlé will sie in wenigen Wochen auf den Markt bringen, allerdings vorerst nur in Großbritannien und Irland. Trotz 30 Prozent weniger Zucker gegenüber vergleichbaren Produkten soll der Geschmack angeblich gleich sein. Das Unternehmen kündigt an, den neuen Zucker bald in weiteren Produkten zu verarbeiten. Genaueres verrät es noch nicht.

Zuckersteuer in Großbritannien

In Großbritannien gibt es ab dem 6. April eine neue Steuer für gezuckerte Getränke. Diese gilt für Soft Drinks ab 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Für Getränke mit mehr als 8 Gramm Zucker ist sie höher. Viele Hersteller wie Coca-Cola, Tesco oder Lidl, aber auch Nestlé haben die Zuckermengen in ihren Getränken deshalb bereits gesenkt, berichtet Foodwatch

Mehr über den Foodtrend weniger Zucker lesen Sie in Ausgabe 13 der W&V. Hier gibt's die Einzelausgabe.


Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.