An einer Stelle des Interviews antwortet der oberste Wettbewerbshüter unseres Landes ganz konkret auf die Frage, wem die Daten gehören, die Menschen erzeugen. Hier ein Auszug aus dem Interview:

Daten: Eigentum oder Gemeingut...

Herr Mundt, wem gehören eigentlich die Daten?

Mundt: Vor Kurzem hat jemand aus einem Automobilunternehmen auf einer Veranstaltung diese Frage zugespitzt: Das Auto generiert Daten. Wem gehören die? Dem Autobesitzer? Dem, der das Auto steuert? Dem Zulieferer, der sie aufnimmt? Der Redner hat gesagt: Mir ist das egal, ich habe sie jedenfalls erst mal. Das ist eine sehr pragmatische Herangehensweise. Aber rein zivilrechtlich würde niemand sagen können, dass demjenigen, der den ersten Zugriff auf eine Sache hat, die Sache auch immer gehört. Ganz ehrlich: Bei diesem Thema fehlt mir auch ein natürliches Rechtsempfinden.

Was meinen Sie damit?

Mundt: Ich bin mir auch unsicher darüber, wem die Daten gehören oder ob es eigentlich richtig ist, dass sie jemand Bestimmtem in dieser Kette gehören. Das Auto kann ja auch Daten von anderen Verkehrsteilnehmern und Einrichtungen am Straßenrand aufnehmen und verwerten. Was macht man damit?

Schwierig. Aber übergreifend betrachtet wird das Auto zu einem gigantischen Datenkollektor, der nicht nur Fahrdaten, sondern auch Verhaltensdaten, Mediennutzungsdaten und Geodaten registriert. Das Recht an der Nutzung und Weiterverarbeitung dieser Daten werden sich Unternehmen über Log-in-Systeme sichern. Hier entstehen neue Facebooks und Googles und damit neue Gefahren für das Prinzip offener Märkte.

Mundt: Das ist so. Es gibt auch Bestrebungen in der deutschen Wirtschaft, Log-in-Portale zu schaffen. Das sollen Gegengewichte zu den großen Plattformen werden. Wir müssen aufpassen, dass hier Zugänge für Wettbewerber offen bleiben. Märkte müssen bestreitbar sein, damit wettbewerbliche Mechanismen funktionieren können.

Das komplette Interview mit Hintergrundinformationen lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe der W&V.

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Autor:

Rolf Schröter
Rolf Schröter

Als Mitglied der Chefredaktion und neugieriger Kurpfälzer interessiert sich Rolf Schröter prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders mag er, was mit Design und Auto zu tun hat.