Reaktionen in Social Media :
Weniger wert als Snapchat? So reagiert das Netz auf den Opel-Deal

Der Opel-Deal beschäftigt tausende Nutzer in den sozialen Medien. Der Grundtenor ist eine Mischung aus Humor, Empörung und #GermanAngst. Und auch ein bekanntes Wortspiel ließ nicht lange auf sich warten. 

Text: Julius Zimmer

- 3 Kommentare

Nach 88 Jahren verkauft General Motors die Marke Opel weiter.
Nach 88 Jahren verkauft General Motors die Marke Opel weiter.

In den Verhandlungen zwischen General Motors und PSA (Peugeot Societé Anonyme) ist am Montagvormittag eine Einigung erzielt worden. Das Unternehmen Opel/Vauxhall wird für 1,3 Milliarden Euro ein Teil der Peugeot-Gruppe.

Damit geht die deutsche Traditionsmarke an den französischen Nachbarn, der in Zukunft vier Automarken auf sich vereinen wird: Peugeot, Citroen, DS und Opel.

Interessant ist dabei nicht nur die Frage, was mit den rund 19.000 deutschen Opel-Beschäftigten in den Opel-Werken in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach passieren wird, sondern auch wie langjährige Kunden in den sozialen Medien auf die Übernahme reagierten.

An mehr oder weniger witzigen Wortspielen mangelt es schon mal nicht:

Auch das Satire-Magazin “Der Postillion” griff die Idee sogleich auf:

Aber jetzt mal ehrlich: der Witz "jeder Popel, fährt nen Opel” ist buchstäblich älter als das Internet - zumindest wie wir es heute kennen. “Die Prinzen” verhalfen dem Witz schon 1991 mit ihrem Hit “Mein Fahrrad” zu Bekanntheit.

Viele Twitter-Nutzer zeigten sich allerdings am Montagvormittag besorgt über den Kaufpreis von 1,3 Milliarden Euro und zogen einen etwas fragwürdigen Vergleich heran:

Natürlich waren auch schnell die Schuldigen für den schlechten Deal ausgemacht: Die "unfähige Merkel-Regierung", die nichts Besseres zu tun hat, als deutsche Traditionsmarken aussterben zu lassen.

Der Grundtenor ist also eine Mischung aus Humor, Empörung und #GermanAngst.

Auch die Nostalgie kommt nicht zu kurz. Immerhin stieg der Automobilhersteller aus Rüsselsheim in den Sechziger- und Siebzigerjahren in einigen Fahrzeugklassen zum Marktführer auf.

Mit dabei: Der legendäre Opel Kadett - der Kapitän - und seine zwei “großen Brüder”, der Admiral und der Diplomat. Das Motto der Werbekampagne: “Opel Kadett - kurz gesagt O.K.”

Doch mit der Ölkrise in den 1980er Jahren kamen die ersten Verluste. Es folgten rigorose Sparmaßnahmen und dadurch verursachte Qualitätsprobleme. Opel litt zunehmend an einer Imagekrise. Auch die Finanzkrise 2008 und der dadurch eingeleitete Stellenabbau setzten dem Automobilhersteller schwer zu. 

Nun bleibt abzuwarten, in welche Richtung Opel unter PSA steuern wird. Zwar sind die Mitarbeiter bis Ende 2018 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt, was danach passiert, ist allerdings unklar.

Carlos Tavares, Vorstandsvorsitzender der PSA, erklärte auf einer Pressekonferenz in Paris, dass es keine Versprechen gäbe alle Fabriken von Opel zu erhalten: “Das einzige, was uns beschützt, ist Leistung”.

Ob es reicht, wenn die Leistung "kurz gesagt O.K." ist, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. 


3 Kommentare

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Anonymous User 7. März 2017

Ob man aus minus mal minus plus machen kann? Es bleibt abzuwarten.

Anonymous User 6. März 2017

Interessanterweise hat Opel in der Vergangenheit, ja schon etwas het, Citroën Modelle kopiert. Na denn... vive la France!

Anonymous User 6. März 2017

Mein Vorschlag für den neuen Opel-Claim:

Abwracken im Kopf. Opel.

He he.

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