Alkoholfreie und -reduzierte Getränke profitieren von einem sich permanent weiter verstärkenden Wunsch der Verbraucher nach einer leichteren, natürlicheren und gesünderen Ernährung. Einher damit geht auch eine Abwanderung von zuckrigen Softdrinks.

Trend: Spiked Water

In diesem Feld hat sich, zunächst weitgehend unbemerkt, in den USA in den vergangenen drei bis vier Jahren ein neues Segment entwickelt: Softdrinks (Wasser, Kombucha, Säfte) mit einem geringen Alkoholgehalt zwischen 4,5 und 6 Prozent. Die Subkategorien werden als "Spiked Water" oder "Hard Kombucha" bezeichnet. Neben Alkohol enthalten alle Low Alcohol Beverages ein dezentes Fruchtaroma, was sie zur idealen Erfrischung während der warmen Jahreszeit macht.

Spiked Water schmeckt besonders im Sommer.

Spiked Water schmeckt besonders im Sommer.

Um noch passgenauer die Konsumenten zu erreichen, die aktiv und sportlich leben und sich bewusst ernähren, sind die Getränke in der Regel auch kalorien- und zuckerarm. Insbesondere Millennials interessieren sich für diese aromatisierten und alkoholarmen Getränke, die die traditionellen Kategorien Bier und Wein immer stärker aufmischen.

Und in Deutschland? Auch die Biernation fragt verstärkt Alkoholfrei nach. Entsprechend legt das Segment jedes Jahr zu: Der Marktanteil der früher als "Autofahrer-Bier" verspotteten Bier- und Biermixgetränke lag vor etwa zehn Jahren noch bei ca. 2,7 Prozent. Im vergangenen Jahr ist der Absatz - vor allem wegen alternativer Erfrischungsgetränke wie alkoholfreier Radler und fruchtiger Naturradler - auf 6,5 Prozent angewachsen.

Deutschland zieht nach

Konsequent ist Uwe, die deutsche Craft Bier-Marke, die ausschließlich alkoholfreie Biere auf den Markt bringt. Die Idee der drei Gründer: Sie wollen ein alkoholfreies Bier machen, mit dem "man sich nicht zum Horst macht". Daher wohl Uwe, ein norddeutscher, bodenständiger Name. So kann man Uwe leicht bestellen und muss alkoholfrei nicht einmal dazu sagen. Das war den Gründern besonders wichtig. Aktuell gibt es drei Sorten, die sich von regulären Bieren durch ihre intensiven Aromen unterscheiden.

Mit Uwe macht man sich nicht zum Horst.

Mit Uwe macht man sich nicht zum Horst.

Aber auch in der Spirituosen-Abteilung tut sich etwas: Die alkoholfreie Alternative vom beliebten Siegfried Rheinland Dry Gin produziert inzwischen bereits rund 20.000 Flaschen pro Monat.

Das Fazit

Die alkoholfreie Revolution ist nicht aufzuhalten! Insbesondere bei Millennials liegt der Alkoholverzicht im Trend. Eine wachsende Kategorie entsteht, die eine breite Palette leichtalkoholischer und alkoholfreier Getränke bietet. Sie sprechen eine Vielzahl von Verbrauchern mit ganz neuen Aromen und Geschmackserlebnissen an.

Über den Autor:

Jochen Matzer, Geschäftsführer der Innovationsagentur Red Rabbit in Hamburg, hat sich nach über 20 Jahren Erfahrung mit Marken und Kommunikation mit seiner Agentur auf Neuprodukt- und Innovationsentwicklung für FMCG-Unternehmen spezialisiert. Seit 2015 ist er am Markt. Er ist überzeugt: Innovationen kann man heute in drei Monaten zum Erfolg führen. In seiner W&V-Kolumne schreibt er über Food-Trends.


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© Red Rabbit
Jochen Matzer

schreibt in seiner wöchentlichen W&V-Kolumne über Food-Trends. Jochen Matzer ist Geschäftsführer von Red Rabbit in Hamburg und hat sich nach über 20 Jahren Erfahrung mit Marken und Kommunikation mit seiner Agentur auf Neuprodukt- und Innovationsentwicklung für FMCG-Unternehmen spezialisiert. Seit 2015 ist er am Markt. Er ist überzeugt: Innovationen kann man heute in drei Monaten zum Erfolg führen.