Politische Aktion :
Wie Airbnb die Berliner über Home-Sharing aufklärt

"Mehr Freiraum in den eigenen Wänden": Airbnb startet eine Kampagne für faire Regeln im Gesetz zum Zweckentfremdungsverbot.

Text: Jochen Kalka

Privatmenschen in der Grauzone? Airbnb fordert die Politik heraus.
Privatmenschen in der Grauzone? Airbnb fordert die Politik heraus.

Das dürfte die größte Aufklärungskampagne sein, die Airbnb jemals auf deutschem Boden gestartet hat. Die Home-Sharing-Plattform wirbt für „mehr Freiraum in den eigenen Wänden“. Mit Hilfe der Agenturen Serviceplan Public Opinion und TLGG soll ein Zeichen für Home Sharing in Berlin gesetzt werden. So richten sich die Motive der Kampagne neben der Berliner Öffentlichkeit an die lokale Politik.

Mit allen Medien an die Politik

Zu sehen sind die Anzeigen in den kommenden Tagen in den Berliner Tageszeitungen, auf Bannern und mobilen Postern, aber auch auf Bussen und Billboards in der Stadt, sowie an Bahnhöfen. Parallel wird ein Radio-Spot geschaltet.

Thematisiert wird laut Airbnb „die fehlende Klarheit im Berliner Zweckentfremdungsverbot-Gesetz“ aus dem Jahr 2014. Das Gesetz sieht unter anderem vor, die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen zu verhindern. „Home Sharer, die ihren privat genutzten Wohnraum von Zeit zu Zeit an andere vermieten, werden dabei bisher nicht von professionellen Ferienwohnungsanbietern unterschieden“, heißt es im Statement von Airbnb gegenüber W&V.

Europäische Großstädte versus Berlin

Dagegen hätten andere europäische Großstädte den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger, ihre Wohnung unkompliziert zu teilen, in ihren Gesetzen bereits berücksichtigt. „Die Freiheit der Hauptstadt sollte sich auch in der Nutzung des persönlichen Wohnraums widerspiegeln“, sagt Alexander Schwarz, Geschäftsführer Airbnb Deutschland, Österreich und Schweiz. „Airbnb unterstützt, dass Berlinerinnen und Berliner ihr selbst bewohntes Zuhause an Reisende vermieten können, wenn sie im Urlaub oder beruflich unterwegs sind. Home Sharing ist effiziente Wohnraumnutzung.“

Die Kampagne geht auf die Kriminalisierung von Privatpersonen ein und möchte sich für klare Regeln für Privatpersonen einsetzen, die ihr selbst bewohntes Zuhause vermieten.

Bei Serviceplan sind Jörg Ihlau, Claudia Diaz und Michael Johne verantwortlich, für die Umsetzung der Online-Maßnahmen die Agentur Torben Lucie und die gelbe Gefahr (TLGG): Kriszta Csala, Steffen Beisner und Yannick Lott. Verantwortlich auf Airbnb-Seite sind Felicitas Gross und Mike Moffo.


Autor:

Jochen Kalka, Chefredakteur
Jochen Kalka

ist jok. Und schon so lange Chefredakteur, dass er über fast jede Persönlichkeit der Branche eine Geschichte erzählen könnte. So drängt es ihn, stets selbst zu schreiben. Auf allen Kanälen.