Online-Comeback eines Skandal-Labels :
Wie American Apparel online zu alter Größe zurückkehren will

Mit übersexualisierter Werbung sorgte das US-Modelabel American Apparel in der Vergangenheit für Furore. Jetzt startet die Brand ihr Online-Comeback.

Text: W&V Redaktion

Das US-Skandal-Label American Apparel hat sein Comeback angekündigt - allerdings nur online. Unter der Internet-Adresse global.americanapparel.com werden Kunden aus 200 Ländern weltweit mit "modischen Basics" wie Tanktops, Leggings, Shirts und Hoodies beliefert. 

Unter dem neuen Eigentümer Gildan Activewear kommt die Marke zwar ein bisschen bräver daher wie früher, leugnet jedoch ihre Herkunft nicht. Die aktuellen Kampagnenbilder zeigen noch immer viel Figur und nackte Haut. Doch will man nach massiver Kritik an den sexualisierten Werbesujets der Vergangenheit sowie aus Negativschlagzeilen über sexuelle Belästigung und Ausbeutung am Arbeitsplatz gelernt haben. So sind alle Models inzwischen über 21 Jahre alt, die Marke verzichtet auf extreme Sexualisierung und retuschiert die Motive nicht

"Es gibt noch immer eine innige Liebe zu der Marke - und zwar sowohl zu ihren Produkten als auch zu dem, was sie zu ihren Hochzeiten war", zitiert der "Observer" Marketingchefin Sabina Weber. Auf Instagram hätten zahlreiche Fans über Direktnachrichten gefleht, die Marke wieder auf den Markt zu bringen. 

Bewusst verzichtet habe man laut Weber auf den Zusatz "Made in USA". Hier hätten interne Studien gezeigt, dass Nutzern dies nicht wichtig sei. Neu ist auch, dass die Mode etwas größer geschnitten wird. Zu früheren Zeiten mussten 40 Prozent aller Frauen zu einer Größe größer greifen. Künftig sollen sich die Schnitte stärker an Branchenstandards orientieren. Der neue Fokus der Brand liegt Unternehmensaussagen zufolge auf einem positiven Körpergefühl, Inklusion und Diversität. 


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W&V Redaktion
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