60 Prozent der Befragten wenden mehr Zeit für Selbstfürsorge und geistiges Wohlbefinden auf, wobei etwa sechs von zehn Verbrauchern (57 Prozent) angaben, dass sie zu Hause mehr Sport machen.

64 Prozent der Verbraucher gaben an, dass sie darauf achten, Lebensmittelabfälle zu vermeiden und dieses Vorgehen wahrscheinlich auch in Zukunft beibehalten werden.

50 Prozent der Verbraucher gaben an, dass sie gesundheitsbewusster einkaufen und dies wahrscheinlich auch weiterhin tun werden.

45 Prozent der Verbraucher gaben an, dass sie beim Einkaufen nachhaltigere Entscheidungen treffen und dies wahrscheinlich auch weiterhin tun werden.

Veränderungen die sonst Jahre brauchen, dauerten nur ein paar Wochen

"Das Ausmaß der Veränderungen, die wir in unseren Ergebnissen feststellen konnten, deutet eindeutig darauf hin, dass es sich um eine langfristige Verschiebung handelt", sagt Oliver Wright, Managing Director und Global Lead für Consumer Goods bei Accenture. "Wir beobachten diese Trends zwar schon seit einiger Zeit. Überraschend sind jedoch das Ausmaß und das Tempo. Veränderungen, die sonst wahrscheinlich Jahre gedauert hätten, reduzieren sich auf wenige Wochen. Es wird erwartet, dass das geänderte Verbraucherverhalten und die neue Art des Konsums die Pandemie überdauern und weit länger als 18 Monate anhalten, möglicherweise sogar einen Großteil des laufenden Jahrzehnts."

Starker Anstieg bei Online-Käufen

Die Untersuchung ergab außerdem, dass die Pandemie die Menschen verstärkt dazu veranlasst hat, Lebensmittel online einzukaufen. So war zum Beispiel jeder fünfte Befragte, der angab, den Lebensmitteleinkauf online getätigt zu haben, ein Online-Erstkäufer. Bei den älteren Verbrauchern war es jeder Dritte. Während Verbraucher derzeit 32 Prozent aller Produkte und Dienstleistungen online erwerben, wird für die Zukunft ein Anstieg dieser Zahl auf 37 Prozent erwartet.

Besonders ältere kaufen verstärkt online ein.

Besonders ältere kaufen verstärkt online ein.

"Die Anpassung an die Veränderungen der Einkaufsprioritäten, des persönlichen Lebensstils sowie der Arbeitspraktiken erfordert erhebliche Umstellungen im Einzelhandel und Gewerbe", so Thomas Täuber, Managing Director bei Accenture Deutschland und dort verantwortlich für die Bereiche Retail und Consumer Goods. "Im Lebensmittelbereich standen viele Menschen Online- Einkäufen bis vor Kurzem noch kritisch gegenüber. Doch durch Covid-19 hat sich dies schnell geändert. Die Ergebnisse zeigen, wie Menschen, die sich mit E- Commerce und anderen digitalen Technologien nicht so wohl fühlten, dazu veranlasst wurden, ihre Vorbehalte zu überwinden. Daraus ergab sich ein gewaltiger Wandel. Im Zuge der Anpassung müssen die Schlagworte für Organisationen Vertrauen, Relevanz und Bequemlichkeit sein."

Unternehmen müssen sich dem veränderten Kaufverhalten anpassen

Covid-19 beschleunige zudem generell den Anstieg der digitalen Akzeptanz. Die Zahl der Verbraucher, die angaben, sie seien am Kauf oder an einer verstärkten Nutzung von Technologie interessiert, ist zum Beispiel eklatant angestiegen. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, dass sie sprachgestützte digitale Assistenten, Apps für Online-Empfehlungen, Self-Service-Apps, intelligente Haushaltsgeräte und Wearables voraussichtlich verstärkt nutzen werden.

Die Akzeptanz digitaler Helferlein im Alltag steigt.

Die Akzeptanz digitaler Helferlein im Alltag steigt.

"Die Pandemie wird wahrscheinlich im Laufe der nächsten zehn Jahre zu einer Ära des nachhaltigeren, gesünderen Konsums führen. Sie wird die Verbraucher dazu veranlassen, mehr darüber nachzudenken, was sie kaufen und wie sie angesichts der globalen Fragen der Nachhaltigkeit ihre Zeit verbringen, was wiederum eine gesündere Entwicklung der menschlichen Bevölkerung des Planeten vermuten lässt", führt Wright weiter aus. "Gleichzeitig ist es ein Weckruf für die Unternehmen. Sie müssen sicherstellen, dass sie die erforderliche Agilität und Fähigkeit an den Tag legen, um für Verbraucher und Kunden relevant zu sein sowie ein Produkt- und Dienstleistungsportfolio anzubieten, das den sich ändernden Kaufmustern entspricht – und zwar nicht nur aktuell, sondern auch nach der Pandemie."

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Autor:

Marina Rößer © privat
Marina Rößer

ist als Redakteurin im Agenturressort der W&V tätig. Die Diplom-Politologin hat viele Jahre in einem Start-Up gearbeitet und ist daher besonders fasziniert von innovativen Digitalthemen und kreativen Marketingstrategien. Ihre eigene kreative Seite lebt sie beim Kochen und Fotografieren aus und bringt sich zudem Designthemen bei.