Street Gigs :
Wie die Telekom von den Red Hot Chili Peppers lernt

Die Street Gigs sind für die Telekom so etwas wie das Medienlabor: Wenn neue Medien- oder Werbemechaniken getestet werden, dann bei den Live-Konzerten wie am Dienstag mit den Red Hot Chili Peppers.

Text: Leif Pellikan

Telekom Streets Gig mit den Red Hot Chili Peppers.
Telekom Streets Gig mit den Red Hot Chili Peppers.

Live dabei auf dem Sofa – Fans der Red Hot Chili Peppers konnten am Dienstag vom Sofa aus den Livestream auf Smartphones verfolgen. Cardboards oder Virtual Reality Brillen sorgten für einen 360-Grad Blick. Das war technisch sicher nicht perfekt, aber es war ja auch eine Premiere. Diese Street Gigs sind für die Telekom so etwas wie das Medienlabor – wenn neue Medien- oder Werbemechaniken getestet werden, dann bei den Live-Konzerten wie den Red Hot Chili Peppers im Berliner Kraftwerk – der 55. Street Gig seit 2007. Wie das im 360-Gradformat aussah, lässt sich die Tage noch einmal auf der Street-Gig-Seite und auf YouTube ansehen.

In der Vergangenheit kamen immer wieder innovative Medien, Werbemechaniken oder einfach nur spektakuläre Locations zum Einsatz. "Wichtig ist uns, dass wir als Telekom und das beste Netz eine nachvollziehbare Rolle haben", sagt Philipp Friedel, Leiter Marktkommunikation Telekom Deutschland. "Durch den Livestream, die Live Spots und viele andere Earned-Media-Maßnahmen haben wir eine bislang nie dagewesene Reichweite erzielt."

Dazu gehören inzwischen schon fast standardmäßig sogenannte Live-Spots. Wie schon beim Coldplay-Gig im vergangenen Dezember werden herfür ab 18.30 Uhr auf den Sendern von ProSiebenSat.1 und der RTL-Gruppe mehrfach live in die Hallen geschaltet.

Telekom-Testimonial Clara Heins und The-Voice-Moderator Thore Schölermann moderieren die Live-Spots

Telekom-Testimonial Clara Heins und The-Voice-Moderator Thore Schölermann moderieren die Live-Spots

Clara Heins, Tochter der Familie Heins aus der MagentaEins-Kampagne moderierte diese Livespots. Im Ergebnis sahen zwölf Millionen Zuschauer die Spots. Teil der Aktion war zudem die Integration des Konzertes in das Format "Voice of Germany". Das Telekom-Gesicht Heins und The-Voice-Moderator Thore Schölermann berichten live von der Telekom Konzertreihe sowie Backstage vom Studioset. Bis zu drei Millionen Zuschauer erfuhren so von dem Konzert während der Finalshow. Die begleitende Befragung ergab für die  Kooperation eine Glaubwürdigkeit von  47 Prozent, als innovativ bezeichneten 51 Prozent der Befragten die Telekom-Einbindung.

Erstmals eingesetzt wurden die Live-Spots wenige Monate zuvor beim Street Gig von Adel Tawil. Das Konzert lief unter dem Motto "Unsere Lieder werden EINS". Tawil hatte mit der Telekom für einen neuen Song zu einer deutschlandweiten Mitmachaktion aufgerufen. Menschen sollten via einer Website, einer Kampagne und über Social-Mediaaufrufen Playlists mit den Liedern ihres Lebens einreichen. Daraus entstand dann ein neuer Song. "Die Kommunikationskanäle und das Mediennutzungsverhalten verändern sich rasant, so dass wir auch bei der Kommunikation auf Trends und Innovationen sowie vor allem relevante Inhalte setzen, um mit der Zielgruppe interagieren zu können", erklärt Friedel.

Eine andere Aktion war das erste Instagram-Livekonzert in Deutschland. Hierfür sang Ed Sheeran auf der Zugspitze im Dezember 2014. Außerdem gilt die Integration in "Gute Zeiten Schlechte Zeiten" als Meilenstein. Der Street Gig vom Dezember 2013 mit der englischen Newcomerin Birdy wurde live in der Location von GZSZ produziert. Die Schauspieler der RTL-Serie hatten auch hier ihre Rollen. Über das Web konnten Fans Karten für das Konzert und damit auch für den Set-Besuch gewinnen. Darstellerin Isabell Horn, die bei GZSZ als Pia Koch eine Djane spielt, warb zusätzlich als Testimonial für den Spotify-Tarif der Telekom.

Wie Virtual Reality in der Kommunikation hilft, lesen Sie in der kommenden W&V am Montag (Ausgabe 37 vom 12.9.).


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.