Healthcare Marketing :
Wie Klosterfrau im Social Web die "Männergrippe" kuriert

"Männergrippe - damit ist nicht zu spaßen" ist das Motto einer witzigen Kampagne, mit der Klosterfrau gerade im Social Web auffällt. Satirisch nimmt die Agentur DNMC jammernde Männer auf die Schippe und spricht damit offenbar vielen Frauen aus dem Herzen.

Text: Frauke Schobelt

Klosterfrau zeigt ein Herz für Männer. Denn die müssen bekanntermaßen viel mehr leiden als Frauen, wenn sie eine Erkältung oder Grippe erwischt. "Männergrippe - damit ist nicht zu spaßen" ist deshalb das Motto einer witzigen Kampagne, mit der das Unternehmen gerade im Social Web auffällt. Entwickelt wurde sie von der Online-Marketing-Agentur DNMC, die zuvor den Etat für mehrere Erkältungsmarken der Klosterfrau Healthcare Group gewonnen hatte.

Satirisch und mit frechem Witz ("Nimm Nasic, du Nase", "T steht für Tapferkeit") nimmt die Kampagne Männer auf die Schippe, die unter "Männerschnupfen", "Männerhusten" und "Männerhalsschmerzen"  leiden - und entsprechend herumjammern. Hauptzielgruppe der Kampagne sind jedoch nicht die beklagenswerten Grippe-Opfer, sondern deren Frauen, Partnerinnen und Mütter. Die brauchen besonders gute Nerven - und gute Medizin. Die Kampagne von Klosterfrau empfiehlt deshalb als Gegenmittel ihre Produkte Neo-Angin, Monapax, Bronchicum, Contramutan, Nasic und Soledum.

Diverse Formate und die Microsite www.die-männergrippe.de weisen auf die "Gefahr durch Männergrippe" hin. So auch dieses Video:

Die Kampagne ist zum Auftakt der Erkältungssaison im November 2015 gestartet. Hauptkanal ist Facebook, weitere Social-Media-Kanäle sind unter anderem Twitter, Youtube, WhatsApp und Instagram. Und dort kommen die Motive und Sprüche gut an. Nach einem Monat hatte die "Männergrippe" nach Angaben der Agentur 155.000 Fans und 57 Millionen Kontakte. DNMC zählte mehr als 400.000 Shares und Kommentare. Aktuell sind es auf Faceboook rund 180.000 Fans. Auch das laufende Gewinnspiel um ein "Jammerlappen"-Shirt findet schnell Anhänger.

Zielsetzung ist es, die Bekanntheit bei jüngeren Käufern zu steigern, so André Marie, Leiter Marketing Pharma bei Klosterfrau: "Zwar erreicht man mit Social Media auch ältere Zielgruppen, die stärkste Interaktion geht aber weiterhin von jüngeren Altersgruppen aus – Segmente, welche wir dediziert ansprechen möchten". Auch andere Gründe sprechen für den Einsatz von Social Media, wie Claudio Hasler, Leiter Digital, erläutert: "Angesichts der granularen Targetingoptionen liegen die Tausender-Kontakt-Preise derzeit per se auf einem interessanten Niveau. Um darüber hinaus einen viralen Durchbruch zu schaffen, sind mutige Inhalte gefragt."

Und für die ist die junge Online- und Social-Media-Agentur DNMC aus Potsdam zuständig. Für Tobias Dillinger, Gründer und Geschäftsführer, muss Marken- und Produktkommunikation im Social Web neu gedacht werden: "Der User und sein Mehrwert müssen im Zentrum stehen, wenn man sich die Aufmerksamkeit und die Interaktion mit ihm verdienen möchte." Und das gelingt dieser Kampagne.

Die Gesamtkreation der Kampagne stammt von Anastasia Korablev und Tobias Dillinger, den beiden Geschäftsführern von DNMC. Auf Kundenseite ist Andrea Lemcke, Koordination Digital, für die Umsetzung verantwortlich.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.