Ein Medienworkshop soll diese Anstrengungen nun öffentlich machen. Mehr oder weniger die gesamte Leitungsebene der Deutschlandzentrale, darunter Béatrice Guillaume-Grabisch, Vorstandsvorstitzende von Nestlé Deutschland, und Tina Beuchler, Digital and Media Director Deutschland, schlägt sich dafür einen kompletten Nachmittag frei. Der Aufwand zeigt, wie sehr dem Unternehmen das Thema unter den Nägeln brennt.

Im Nestlé Competence Center, einer Art Showroom, in dem das Unternehmen in Kooperation mit Handels- und Technologieunternehmen wie Samsung neue Produkt- und Vertriebskonzepte live testet, sind beispielsweise ein Roboter und eine smarte Küche ausgestellt. Klar wird dort, dass Nestlé sein Geschäftsmodell erweitern wird. Nicht allein vom Verkauf der Produkte, sondern auch von ergänzenden Services wird das Unternehmen künftig leben. Und da dreht sich eigentlich alles um digitalen Content, von Rezepttipps in der Smart Kitchen oder dem Maggi-Kochstudio bis hin zu konsequent auf Millennials ausgerichtete Werbekampagen.

Ein Beispiel ist die Facebook-Kampagne für die Marke Wagner, durch die das Unternehmen 1,2 Millionen mehr Pizzen verkaufen konnte. Mit etwa 12 Prozent Plus wächst der Online-Umsatz des Deutschlandgeschäfts, so Guillaume-Grabisch, im ersten Halbjahr 2017 drei- bis viermal so schnell wie der Gesamtumsatz (plus drei Prozent).

Das DAT ist die Keimzelle der digitalen Transformation Nestlés. Ein festes Team arbeitet gemeinsam mit Mitarbeitern verschiedener Abteilungen an Projekten wie dem Maggi-Chatbot KIM, der seit Mai dieses Jahres per Facebook Messenger Rezepttipps verteilt. Vier Entwicklungsfelder hat Nestlé definiert: Digitaler Content und Services, personalisierte Verbrauchererfahrungen, E-Commerce und neue Vertriebskanäle sowie vernetzte Küche/vernetztes Zuhause. Dass diese Entwicklungen sich nur bedingt auf die Media-Spendings auswirken werden, erklärt Tina Beuchler im Video.

Auch wenn Geräte wie smarte Kühlschränke, Chatbots oder Roboter nicht der allerletzte Schrei im Digital Business sind - Nestlé stellt die Weichen für den digitalen Wandel. Dabei sind es weniger Räumlichkeiten wie das Competence Center oder das DAT, die zeigen, wie das Unternehmen sich künftig positionieren wird. Als Unternehmen, das nicht nur Lebensmittel, sondern die - im weitesten Sinne - damit verbundenen Services und Inhalte verkauft und dafür die verschiedensten Wege zum Kunden auslotet. Die Bereitstellung von Inhalten wird dabei eine zentrale Rolle spielen.


Autor:

Gabriella Maria Bassu
Gabriella Maria Bassu

Gabriella Bassu ist Teil des Teams Digital Storytelling, der Entwicklungsredaktion des Verlags Werben und Verkaufen. Als Head of Video ist sie für die Konzeption und Umsetzung von Bewegtbildinhalten zuständig. Mit gleicher Leidenschaft schreibt sie für Online, Social Media und Print. Ihre Schwerpunktthemen sind digitales Business, digitale Transformation, Tech und Handel.