Gratis-Sekt für Jogginghose :
Wie Real versehentlich einen Viral-Hit landet

Eine Real-Filiale im bayerischen Schwabach nahm den internationalen Jogginghosentag zum Anlass für eine seltsame Marketingaktion. Die Aktion ging viral - und nun hat der Filialleiter ein Problem. 

Text: Gabriella Maria Bassu

- 9 Kommentare

Marktleiter Helmut Solfrank kalkulierte offenbar nicht mit der Resonanz der Facebook-Gemeinde, die eigens den Event Jogginghose und Sekt  kreiiert hat.
Marktleiter Helmut Solfrank kalkulierte offenbar nicht mit der Resonanz der Facebook-Gemeinde, die eigens den Event Jogginghose und Sekt kreiiert hat.

Am 21. Januar ist wieder "Tag der Jogginghose". Was das nun mit dem Marketing für einen Supermarkt zu tun haben könnte, erschließt sich nicht sofort. Dennoch: Eine Real-Filiale im bayerischen Schwabach nutzte den Anlass für eine Marketingaktion. Wer in Jogginghose kommt, wird mit einer Flasche Gratis-Sekt belohnt.

Nur hat die Sache zwei Haken: Erstens, hat der Initiator den Event mal eben auf den 19. Januar vorverlegt. Einen Donnerstag. Womöglich in der Hoffnung, nicht ganz so viele Kunden beschenken zu müssen, wie an dem eigentlichen Tag, der auf einen Samstag fällt. Kunden erledigen dann ihre Wochenendeinkäufe und sind womöglich sowieso legerer unterwegs. Da scheint der Donnerstag doch der, in Bezug auf die Sektmenge, günstigere Tag zu sein.

Genau dort liegt aber der zweite Haken. Mehr Kunden. Denn offenbar kalkulierte der Marktleiter Helmut Solfrank nicht mit der Resonanz der Facebook-Gemeinde, die eigens den Event Jogginghose und Sekt  kreiiert hat. Zusagen bisher: 1957. Interessiert: 7921. Der Marktleiter hat quasi aus Versehen einen Viral-Hit gelandet. Der jetzt teuer werden könnte. Der Filialleiter selbst ist aktuell nicht zu sprechen, allerdings bestätigt seine Mitarbeiterin: Der Event findet auf jeden Fall statt. Somit leistet es zumindest einen Beitrag zu Branding und Kundenbindung - wenn sie schon nichts für den Umsatz tut.

Wer genau soll aber nun die Zielgruppe sein? Tagsüber: Schüler (dürfen erst ab 16 trinken), Mütter (Prosecco), Rentner (keine Jogginghosenträger)? Entsprechend dürfte sich die Kundschaft, Arbeitnehmer zwischen 20 und 40, auf die nach Feierabend keine Familie wartet, zwischen 18 und 20 Uhr zum Sektabholen einfinden. Und diesen dann passend zum Outfit auf dem Parkplatz schlürfen. Aus der Flasche, eh klar. Erfahrungsgemäß wird das Thema aber auf Facebook bis nächsten Donnerstag ohnehin gelaufen sein. Und: Dass alle 2000 ihre Zusage einhalten, ist ebenfalls fraglich.


Autor:

Gabriella Maria Bassu
Gabriella Maria Bassu

schreibt im Ressort Marketing, schwerpunktmäßig über Handel, Lebensmittel und Getränke sowie Digitales. Als Bewegtbild-Verantwortliche ist sie Online vor allem hinter der Kamera unterwegs. Hat bei W&V und Kontakter volontiert. Ist ohne Rad und ausreichend Kaugummi nur ein halber Mensch.



9 Kommentare

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Anonymous User 13. Januar 2017

Guckst Du einfach hier: http://www.spiesser-alfons.de/2017/01/real-bei-wehvau-weiss-man-es-nicht-so-genau/

Anonymous User 13. Januar 2017

Guckst Du einfach mal hier: http://www.spiesser-alfons.de/2017/01/real-bei-wehvau-weiss-man-es-nicht-so-genau/

Anonymous User 12. Januar 2017

Piccolos sind nicht so teuer, deshalb wird dann doch wohl nicht die ganze FB-Mannschaft kommen; lohnt sich dann doch nicht...

Anonymous User 12. Januar 2017

Lieber Andy, erstmal richtig schreiben lernen.

Anonymous User 12. Januar 2017

Zum Glück ist der Händler nicht in Neu-Köln

Anonymous User 12. Januar 2017

Na Studenten sind ganz klar die Zielgruppe. Haben tagsüber Zeit und sind trinkaffin.

Anonymous User 12. Januar 2017

Es heißt ja "einkauft" und nicht "Sekt abholt". Die Kunden müssen daher schon etwas kaufen. (Wenn auch nur 'was Kleines)

Anonymous User 12. Januar 2017

Für 90% der Kunden ändert sich also nichts. Die kommen eh im Jogginganzug.

Anonymous User 12. Januar 2017

Nicht in Jogginghose kommen, sondern eine kaufen.
Sonst wäre das ja echt easy...

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