Kevin Tewe :
Wie teuer ist Influencer Marketing? Hier sind die Antworten

Wie teuer ist die Arbeit mit Influencern? Über kaum ein Branchenthema wird so gern geredet - und geschwiegen. Agenturchef Kevin Tewe nennt erstmals Zahlen.

Text: W&V Redaktion

Kevin Tewe ist Mitgründer der Hype Media Group.
Kevin Tewe ist Mitgründer der Hype Media Group.

Wie teuer ist die Arbeit mit Influencern? Kaum ein Thema wird so häufig diskutiert wie dieses. Bei kaum einem Thema liegen die vermeintlichen Experten so weit auseinander. Unlängst wurde die Diskussion wieder befeuert, als das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine Studie zu dem Thema veröffentlichte. Reden wir also mal Tacheles.

Wer mit Influencern zusammenarbeiten möchte, sollte die für sein Unternehmen oder Marke passenden Influencer identifizieren. So weit, so gut. Aber was genau bedeutet das?

Es braucht eine thematische Affinität, und im besten Fall lässt sich auch recherchieren, dass der Influencer oder die Influencerin sogar die besagte Marke gut findet.

Der Aufwand ist nicht unerheblich, aber es macht absolut Sinn, diese Zeit zu investieren: Das richtige Produkt, die richtige Botschaft aus dem Mund der Person, die glaubwürdig und authentisch für eben dieses ihren Kopf hinhält - genau darum geht es beim Influencer Marketing.

Kriegt man diesen "Perfect Match" hin, ist es sogar möglich, dass die Preise sinken. Schließlich möchten Influencer sehr gerne mit ihren Love Brands arbeiten und verzichten bei einer solchen Konstellation gerne auch schon mal auf den einen oder anderen Euro.

Stellen Sie sich daher immer die Frage: Was hat der Influencer von der Zusammenarbeit mit Ihnen?

Die TKPs für Influencer Marketing

Um aber konkrete Zahlen zu nennen und Licht ins Dunkel zu bringen. Gehen Sie von folgenden Tausen-Kontakt-Preisen (TKPs( aus:

Instagram: 2 bis 10 Euro (auf die Abonnenten hochgerechnet)

Instagram Story: ca. 25 Euro (auf die Views hochgerechnet)

Youtube: 30  bis 100 Euro (auf die Views hochgerechnet; 60 - 90 Sek. Integration)

Die hohe Differenz in den TKPs resultiert daraus, dass jede Branche einen anderen TKP aufruft und vor allem: bekannte Influencer mehr verlangen können als reine Reichweiten, weil sie auch über einen erheblichen Testimonial-Wert verfügen.

Nehmen wir also an, Sie möchten Ihr Produkt im Instagram-Feed eines Influencers, der über eine Million Reichweite verfügt, unterbringen, dann sollten Sie mit Kosten in Höhe von 2.000 bis 10.000 Euro rechnen.

Da das Involvement bei Instagram Story zur Zeit noch sehr hoch ist, kommt man hier auch auf einen deutlich höheren TKP, zumal man an dieser Stelle nicht mit einer potentiellen (also Follower) sondern einer tatsächlichen Reichweite (also Views) rechnet. Schauen bei einem Influencer ca. 100.000 Leute in die Stories, entstehen Kosten von etwa 2.500 Euro pro 15 sekündige Videosequenz. Auf die Anzahl der Sequenzen sollte man sich vorher natürlich einigen.

YouTube erfreut sich nach wie vor einer immens großen Beliebtheit. Das hängt auch damit zusammen, dass die meisten Influencer einen ziemlich hohen Aufwand betreiben, wenn sie ihre Videos drehen und produzieren. Ein Influencer, dessen Videos im Schnitt 500.000 Views verzeichnen, ruft für eine Kooperation ca. 15.000 bis 50.000 Euro auf.

Auch wenn Plattformen suggerieren, dass man Influencer schnell, unkompliziert und auf Knopfdruck buchen kann, darf man nie vergessen, dass das Ganze auch ein Markt ist und Preise dann steigen, wenn der Bedarf schneller wächst als das Angebot. Das erklärt auch, warum Influencer, die jedermann kennt, sich weniger an diese Richtwerte halten, sondern Festpreise aufrufen.

Sie verstehen sich als Marke, und ebenso wie bei Apple, Mercedes oder Tiffany zahlen Sie hier nicht nur für ein am Ende sehr professionelles und hochwertiges Ergebnis - sondern auch für ein Testimonial. Ein Umstand übrigens, der in der Studie der Deutschen Wirtschaft gänzlich unbeachtet blieb.

Was in der TV-Rechnung gern vergessen wird

Wenn Ihnen die oben genannten Preise zu teuer sind, müssen Sie nach anderen Wegen suchen, um Influencer für sich zu begeistern und diesen einen Mehrwert bieten. Stellen Sie etwas in Aussicht, wovon Sie wissen, dass die Influencer es lieben werden. Auch hierfür ist der Faktor Recherche enorm wichtig. Auch hier werden Sie mit einer Influencer-Marketing-Buchungsplattform nicht weit kommen.

Manch Influencer verzichtet auf sein Honorar, wenn sie oder er dafür über Wochen hinweg reisen darf. Andere freuen sich, wenn sie ein sehr hochwertiges Produkt gestellt bekommen. Und Dritte wollen mit einem bekannten Fotografen arbeiten und verzichten dann auf die Gage - oder zumindest einen Teil davon. Suchen Sie den Dialog mit dem Influencer bzw. dessen Manager und lassen Sie sich vor allem nicht von irgendwelchen Studien, Preisen oder Ähnlichem verwirren.

Wenn es heißt, dass Influencer Marketing teurer als das schalten von Fernsehwerbung ist, dürfen Sie nicht vergessen, nach welchem Verfahren Einschaltquoten noch immer hochgerechnet werden und dass beim Thema Influencer Marketing nicht nur Media eine Rolle spielt bzw. in den Preis gerechnet wird, sondern auch die komplette Kreation und das passende Testimonial. Eine Fernsehwerbung muss vor dem Schalten noch produziert und das Testimonial bei Bedarf noch eingekauft werden.

Der Autor: Kevin Tewe (28) betreut mit seinem Startup Hype Media Group u.a. Dagi Bee, Paola Maria und Diana zur Löwen. Tewe gilt als Experte für Co-Designs zwischen Influencern und Unternehmen, also Produkten, die gemeinsam kreiert und dann auf den Markt gebracht werden.

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W&V Redaktion
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