Strategie "Tui 2022" :
Wie Tui außerhalb Europas wachsen will

Der Reisekonzern Tui plant die Expansion nach Übersee. Vor allem Südamerika und Asien stuft das Unternehmen als lohnende Wachstumsmärkte ein. Außerdem treibt es die Digitalisierung voran. 

Text: Lena Herrmann

Friedrich Joussen: "Tui wird digitaler. Tui wird noch internationaler."
Friedrich Joussen: "Tui wird digitaler. Tui wird noch internationaler."

In harten Zeiten denkt sich der Reisekonzern Tui ganz weit weg. "Tui 2022" heißt das neue Strategieprogramm, mit dem sich das Unternehmen aus Hannover für die Zukunft aufstellen will. Wenn Vorstandsvorsitzender Friedrich Joussen in diesem Zusammenhang von Asien und Südamerika spricht, dann meint er nicht nur, dass Länder wie China und Brasilien als Destinationen attraktiv sind. Vielmehr will der Konzern auch die Menschen außerhalb Europas erreichen und mit Tui in die Ferien schicken. Ein weiterer Fokus liegt auf der Digitalisierung.  

Ziel sei es, in den nächsten fünf Jahren eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz zu generieren und eine Million neue Kunden zu erreichen. Das Wachstum in Europa ist begrenzt, daher jetzt also der Fokus auf Länder außerhalb des europäischen Kontinents. "Tui wird digitaler, Tui wird noch internationaler", sagt Joussen. "Märkte wie Asien und Südamerika sind Regionen der Welt mit stark wachsenden Mittelschichten, für die sich mit wachsendem Wohlstand neue Möglichkeiten eröffnen, um zu reisen und die Welt zu entdecken. In diesen Märkten wollen wir die Expansion unserer Marke vorantreiben."

Die Basis dazu hat Tui in den vergangenen Monaten gelegt. Unter dem Motto "One Tui" hat das Unternehmen in ganz Europa seinen Marke vereinheitlicht und verschiedene Gesellschaften unter dem Markendach gebündelt. Vor allem die Hotels - wichtigster Wachstumstreiber für Tui - tragen jetzt alle die drei Buchstaben im Namen.

Das Geschäft in Europa ist derzeit schwierig, denn das beliebteste Reiseziel der Deutschen, die Türkei, wurde in der jüngsten Vergangenheit von diversen Anschlägen erschüttert, was sich wiederum negativ auf die Buchungszahlen ausgewirkt hat.


Autor:

Lena Herrmann
Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.