Als Mensch, der auf menschliche Beziehungen steht, jagt einem das Schauer über den Rücken. Müssen doch Eltern wie Nichteltern, um den Lebensstandard zu halten, ohnehin rund um die Uhr erreichbar sein - und da liefert Samsung nun noch ein Argument dafür, dass der unermüdliche Einsatz für die Arbeit auch Freizeit kosten darf.

Keiner muss jetzt mehr abends daheim sein, wenn die Kinder schlafen gehen. Man ist ja per VR zusammen, als wäre man im selben Raum. Als wäre. Dass aber eine VR-App samt Brille nicht Mama und Papa ersetzen kann, die ihr Kind abends in den Arm nehmen, sollte man nicht einmal einem Technikkonzern sagen müssen. Manches will man sich vielleicht von der Technik nicht abnehmen lassen.

Sieht man aber allein das Geschäftsfeld, in dem Samsung und BBH tätig sind, treffen hier Problem und Lösung wunderbar aufeinander: Die Menschen sind mobil, die Menschen sind always on - und das wollen sie am liebsten mit ihren Liebsten sein. Es wird gesmst, es wird geskypet - da packen Samsung und BBH noch eins drauf und stricken eine emotionale Geschichte, die Eltern rührt und Tekkies begeistert.

Bei durchdigitalisierten Erfolgsmenschen, und die sind hier wohl die Zielgruppe, mag das gut aufgehen. Ewiggestrige, die den persönlichen Kontakt hochhalten, wünschen sich andere Lösungen für die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf, Arbeit und Freizeit.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.