Jung von Matt :
"Wir lieben Vielfalt": Spekulationen über neue Edeka-Kampagne

Die Ausländische-Waren-Raus-Aktion eines Hamburger Edeka sorgt für viele Spekulationen. Die Supermarktkette gibt sich weiter schweigsam.

Text: Ulrike App

Die Edeka-Zentral äußert sich nur zurückhaltend zu dem Dreh in Hamburg.
Die Edeka-Zentral äußert sich nur zurückhaltend zu dem Dreh in Hamburg.

Am vergangenen Wochenende nahm ein Edeka-Markt in Hamburg ausländische Waren aus den Regalen. Die Kunden trafen stattdessen auf Schilder mit Sprüchen wie "Wir wären ärmer ohne Vielfalt". Die Fotos aus der Hansestadt verbreiteten sich rasant im Netz. Und erst nach Tagen rückte Edeka damit raus: Die Filiale diente als Drehort.

Verschiedenen Medien wie der "WAZ" wurde ein Konzept des Regisseurs Kai Sehr (für Markenfilm) zugespielt, der für die Kette den Weihnachtsclip "Kassensymphonie" (2014) inszeniert hat. Darin geht es um einen Werbeauftritt mit der Botschaft "Wir lieben Vielfalt". Der Gag daran: Der Edeka-Markt verbannt Produkte aus anderen Ländern kurzzeitig - und filmt die Reaktionen echter sowie "unechter" Kunden, sprich Schauspieler. 

Dieses Präsentation löst nun Spekulationen darüber aus, ob Edeka an einen neuen Markenclaim denkt. Bisher vertraut das Unternehmen auf "Wir lieben Lebensmittel". Ein sehr bekannter Spruch, den Edeka und die Stammagentur Jung von Matt wohl nicht einfach mal so aussortieren dürften. 

Edeka sitzt übrigens alles aus: Die Supermarktkette bestätigt nach wie vor lediglich, dass man während der Aktion auch Aufnahmen mit der Kamera gemacht habe und ein Video dazu vorbereite. Zu Inhalten und Veröffentlichungszeitpunkt sagt Edeka jedoch nichts. 

Was man in Hamburg genau beobachten wird: Im Netz befindet sich die Marke aktuell immer noch unter Dauerbeschuss der Kritiker. Der besagte Edeka Böcker Hafencity beispielsweise bekommt von Facebook-Nutzern zahlreiche 1- und 5-Sterne-Bewertungen (Zitat: "Unsägliche Aktion, mit den leeren Ausländerregalen"). Zudem kursieren Boykott-Aufrufe.


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Ulrike App
Ulrike App

ist bei W&V Online für Digitalthemen zuständig. Und das hat nicht nur mit ihrem Nachnamen zu tun, sondern auch mit ihrer Leidenschaft für Gadgets und Social Media. Sie absolvierte vor ihrer Print-Zeit im Marketing-Ressort der W&V die Berliner Journalisten-Schule und arbeitete als freie Journalistin.