Medienrummel :
XXXLutz gelingt Werbecoup mit Politikermasken

Möbelhändler XXXLutz hat in Österreich mit einer Kampagne im Umfeld der Wahlen für Aufsehen gesorgt und die Medien erobert. Sogar die Polizei schaltete sich ein.  

Text: Conrad Breyer

Etliche Tageszeitungen haben die Wahltruppe auf ihre Titelseiten gehoben.
Etliche Tageszeitungen haben die Wahltruppe auf ihre Titelseiten gehoben.

Wien, Schwedenplatz. Die Spitzenkandidaten der Nationalratswahlen verteilen gratis die Zeitung Heute in der U-Bahn. Aus gutem Grund: Sie bringen das große Wahl-Extra des Blatts unter die Leute. So hatten Sebastian Kurz (ÖVP), H.C. Strache (FPÖ), Christian Kern (SPÖ), Ulrike Lunacek (Grüne) und Matthias Strolz (Neos) noch einmal einen großen Auftritt nach der Wahl, jedenfalls ihre Karikaturen. Das meldete die Zeitung vor wenigen Tagen.

Mit den Figuren hat XXXLutz alles richtig gemacht. Vor, während und nach der Wahl haben sich die Medien immer wieder der Karikaturen bedient, die aus dem TV-Spot allgemein bekannt waren. Hier ist er nochmal:

Etliche Zeitungen setzten die Ergebnisse der Wahl nach dem Stichtag nochmal mit den "Spitzenkandidaten" auf ihre Cover, der TV-Spot von XXXLutz lag wiederholt auf Platz 1 der Österreichtrends bei Youtube, das Musikvideo sowie die Social-Media-Aktionen liefen mit knapp 2 Mio. Aufrufen und zahllosen Likes sehr erfolgreich.

Polizei stoppt Werbeaktion in der U-Bahn

Auf XXXLutz.at und Facebook konnten die Fans außerdem täglich an einer Abstimmung teilnehmen und bestimmen, welcher der Politiker ein Rad schlagen, einen Handstand machen oder auch einen Tango tanzen sollte. Aufmerksamkeit also war garantiert, und vielleicht hat es auch nmit dem Markentransfer hingehauen.

Die Heute-Aktion in der U-Bahn hat übrigens die Polizei gestoppt, denn in Österreich ist das Tragen von Masken ja neuerdings verboten. Stichwort: "Burkaverbot". Egal: Die Amtshandlung zog noch mehr Aufmerksamkeit. Die Figuren hat übrigens der Kabarettist Gerald Koller entworfen. Er ist selbst Polizist.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.