Viel mehr ist auf den Großflächen auch nicht zu sehen: Eine Frage, in roten Buchstaben hingemalt. Und rechts in der Ecke der Claim. Aber: Keine Zigarettenschachtel. Nur die beiden roten Dreiecke, die für die Marke stehen, sind zu entdecken. Und genau dieser Schachzug ist genial. Marlboro verzichtet auf den Abdruck der Schachtel und nennt keine Marke als Absender. Und trotzdem ist jedem sofort klar, von wem die Motive sind. Gleichzeitig sorgt die fehlende Schachtel für den Moment des Zögerns, Nachdenkens und Verweilens, den Marken so dringend brauchen, um im Alltagsstress der Konsumenten wahrgenommen zu werden. Die Plakate sind Störer im Alltagstrott.

Dazu kommt noch ein angenehmer Nebeneffekt: Ohne Schachtel braucht es auch keine Warnhinweise und ab Mai keines der Schockbilder, welche sich auf einer Kampagne bestimmt nicht gut machen. Da hat sich jemand bei Philip Morris richtig viele Gedanken gemacht. Und sich am Ende für genau das Richtige entschieden.



Lena Herrmann
Autor: Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland und Kanada, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.