Brand Safety :
Youtube-CEO Susan Wojcicki antwortet Unilever

Unilevers Marketingchef Keith Weed hat Facebook und Youtube gedroht. Facebook sagt: Dann geht doch! Youtube-Chefin Susan Wojcicki dagegen zeigt Verständnis.

Text: Rolf Schröter

Besänftigt: Susan Wojcicki, CEO von Youtube
Besänftigt: Susan Wojcicki, CEO von Youtube

Susan Wojcicki weiß, wovon sie spricht. Rund 15 Jahre lang hat sie die Werbe- und Analytics-Angebote von Google entwickelt. Seit vier Jahren ist sie CEO bei Youtube. Anders als die Facebook-Führungskräfte Campbell Brown und Adam Mosseri reagiert sie überhaupt nicht zickig, sondern verständnisvoll auf die Angriffe von Unilevers Marketingchef  Keith Weed.

Was war passiert?

Keith Weed hatte gedroht, den Plattformen Budgets zu streichen, wenn dort markenschädigende Aktivitäten festgestellt würden. "2018 ist das Jahr, in dem Social Media unser Vertrauen zurückgewinnen muss", verkündete Weed in einer Rede auf dem IAB Annual Leadership Meeting in Kalifornien.

Daraufhin zeigten sich die Facebook-Führungskräfte Campbell Brown und Adam Mosseri auf der Konferenz Code Media zickig. Nach dem Motto: Dann geht doch! "Publishern und Firmen steht es frei, Facebook zu verlassen, wenn sie das Gefühl haben, dass es nicht gut für sie ist", sagten sie.

Campbell Brown ist die neue Direktorin für News Partnerships bei Facebook, Mosseri ist veranwortlich für den Newsfeed. Brown sagte, es sei nicht die Aufgabe von Facebook, Publisher glücklich zu machen, sondern sicherzustellen, dass Nutzer hochwertige Nachrichten bei Facebook finden und Geschäftsmodelle für Medienhäuser zu bieten, die auf der Plattform sein wollen.

Welche Meinung Youtube-Chefin Susan Wojcicki vertritt

Ebenfalls auf der Code Media Konferenz gab sich Youtube-Chefin Susan Wojcicki diplomatisch angesichts der Angriffe von Unilever-Budgetboss Keith Weed. "Wir nehmen das sehr ernst. Wir sind eine Werbeplattform", sagte Wojcicki.

Youtube wolle das Richtige tun, um Vertrauen zu gewinen. "Sie bauen Marken in Youtube auf, und wir wollen sicher sein, dass unsere Marke das richtige Umfeld dafür ist", sagte Wojcicki. Sie verwies darauf, dass künftig alle hochgeladenen Videos auf Google Preferred von Menschen geprüft würden. Google Preferred ist das Premium-Produkt der Plattform für Werbungtreibende.

Nicht alle Werbungtreibenden sind gleich, sagte Wojcicki. "Einige sind sehr markensensibel, und einige sagen 'weißt du was, wir fokussieren stärker auf direct response - für uns ist es okay, wenn Content ein bisschen außergewöhnlich ist."


Autor:

Rolf Schröter
Rolf Schröter

Als Leiter des Marketing-Ressorts der W&V und neugieriger Kurpfälzer interessiert sich Rolf Schröter prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders mag er, was mit Design und Auto zu tun hat.