E-Commerce-Strategie :
Zalando stellt dieses Jahr 2000 Leute ein

Die Zeichen stehen auf Wachstum bei Zalando - nicht nur was das Personal angeht, auch in Logistik und Personalisierung wird 2018 investiert.

Text: Annette Mattgey

Der Modehändler Zalando konzentriert sich auch im laufenden Geschäftsjahr aufs Wachstum und rückt die Profitabilität dafür in den Hintergrund. "Wir haben den Ehrgeiz, fünf Prozent Marktanteil zu erreichen", sagte Co-Vorstandschef Rubin Ritter und bezog sich dabei auf den europäischen Modemarkt. Derzeit liege der Anteil bei 1,3 Prozent.

Dazu sollen in diesem Jahr die Investitionen weiter hochgefahren werden. Rund 350 Millionen Euro sollen in den Ausbau der Logistik sowie neue Technologien fließen - das sind über 100 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Nicht nur in die Logistik steckt Zalando Geld, sondern auch in Technologie, mit dem Ziel jedem Kunden einen individualisierten Zalando-Shop zu bieten. Angebote wie die Lieferung am gleichen Tag oder die Abholung von Retouren würden ausgebaut.

Beim Markenangebot legt Zalando einen Zahn zu - mit Swarovski und Massimo Dutti. 2017 kamen 350 neue Modemarken ins Programm, darunter etwa von den Textilhändlern Inditex oder H&M. Im laufenden Jahr soll auch der viel beachtete Einstieg in das Kosmetikgeschäft erfolgen, der Start ist für Ende März geplant. Und dann will Zalando noch zwei neue Märkte in Europa erschließen - welche das sind, wollte sich Ritter nicht entlocken lassen. Aktuell sind es 15.

Für 2018 peilt das Berliner Unternehmen erneut ein Umsatzwachstum von 20 bis 25 Prozent an, nachdem es im Vorjahr einen Zuwachs von 23,4 Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro gegeben hatte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll demnach bei 220 bis 270 Millionen Euro liegen - nach 215 Millionen 2017. Die Umsatzentwicklung 2017 geht überwiegend auf einen größeren Kundenstamm und eine höhere Anzahl an Bestellungen zurück. Die Zahl aktiver Kunden stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Millionen von 19,9 Millionen (2016) auf 23,1 Millionen (2017) stark an. Der gewachsene Kundenstamm bestellte zudem häufiger. Die durchschnittliche Anzahl der Bestellungen pro aktivem Kunden stieg von 3,5 (2016) auf 3,9 (2017) und erreichte damit ein neues Allzeithoch.

Zalando investierte im vergangenen Jahr rund 244 Millionen Euro überwiegend in die eigene Logistikinfrastruktur. Das drückte auch auf den Nettogewinn, der von 120,5 auf knapp 102 Millionen Euro sank. "Auch in unserem zehnten Jahr beabsichtigen wir nicht, eine Dividende zu zahlen", unterstrich Ritter den Fokus auf Wachstum.

Dieses zeigt sich auch in der Beschäftigtenzahl: Sie stieg 2017 europaweit binnen Jahresfrist um ein Drittel auf 15.000. In diesem Jahr sollen 2000 neue Leute eingestellt werden, vor allem in Berlin.

am/mit dpa


Autor:

Annette Mattgey, Redakteurin
Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt".