3.  Weil im Fußball schon lange (jedenfalls schon lange vor Red Bull) dieselben Gefühle bedient werden wie im Musikantenstadl – nein, sogar eher noch schlimmer.

4.  Weil die Fans zwar immer sehr lautstark gegen Dauerkartenentzug, gegen Sicherheitskonzepte und gegen Red Bull protestieren, aber kaum vernehmbar gegen die vielen nationalen und internationalen Schiebereien und Wettskandale.

5.  Weil eine geschlossene Gesellschaft ausschließlich aus Traditionsclubs wie dem HSV, Eintracht Frankfurt, Kaiserslautern oder dem 1. FC Nürnberg sehr langweilig wäre (und die aktuelle Tabellenspitze - Paderborn, Mainz, Hoffenheim – hat ja schließlich auch was).

6.  Weil Leipzig – wenn man so will – die traditionsreichste Fußballstadt Deutschlands ist: als DFB-Gründungsort und mit dem allerersten Deutschen Fußballmeister aus dem Jahr 1903.

7.  Weil all die anderen Leipziger Clubs lange genug Zeit hatten seit der Wende, um auch nur irgendetwas Anständiges auf die Reihe zu kriegen.

8.  Weil es 1000 andere Dinge gibt, über die man sich mehr aufregen könnte – etwa die desaströse Entzerrung der Spieltage.

9.  Weil eine "Wir sind die Guten. Ihr seid die Bösen"-Haltung immer peinlich rüberkommt. Es gibt keine Insel der Seligen. Schon gar nicht im Fußball.

10. Weil Red Bull sich an die Regeln hält und nichts anderes tut, als hunderte andere Sport-Sponsoren auch.

Und überhaupt: Für all jene, die die schönste Nebensache der Welt immer viel zu ernst nehmen, gilt das berühmte Martin-Walser-Zitat:

"Sinnloser als Fußball ist nur noch eins: Nachdenken über Fußball".



Markus Weber, Redakteur W&V
Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.