Für Halle Berry ist es bereits der zweite Ausflug in die Welt der deutschen Billigmode. Bereits 2012 präsentierte die Schauspielerin hierzulande eine eigene Schuhkollektion - damals noch bei Deutschlands größtem Schuhhändler Deichmann. Doch das ficht Aldi nicht an. "Halle Berry ist unter die Designerinnen gegangen", wirbt der Discounter stolz und verspricht, die neue Aldi-Kollektion bringe zu Preisen von 8,99 Euro bis 34,99 Euro "modischen Wind aus Hollywood in den Kleiderschrank".

Die Elektronikketten Media-Markt und Saturn setzten dagegen bei ihrer Vor-Weihnachts-Werbung auf einheimische Prominenz von Boris Becker über Barbara Schöneberger bis zum Sänger Pietro Lombardi. Es ist das erste Mal, dass die beiden Schwesterunternehmen, die mit Sprüchen wie "Geiz ist geil" oder "Ich bin doch nicht blöd" Werbegeschichte schrieben, eine gemeinsame Kampagne lancieren.

Unter dem Motto "Deutschland will's wissen" wird dabei scheinbar ein Wettkampf zwischen Media-Markt und Saturn um die Kundengunst inszeniert. Doch in Wirklichkeit sollen natürlich die Vorteile beider Ketten im Vergleich zu reinen Online-Händlern ins rechte Licht gesetzt werden, wie der Deutschland-Chef von MediaMarktSaturn, Florian Gietl, verrät. Schließlich sind es Amazon und Co. die den beiden Ketten zurzeit das Leben schwer machen.

Dass die Liebe der Einzelhändler zu den Prominenten ewig halten wird, ist allerdings nicht gesagt. Im Gegenteil: Neuerdings werden die Handelsriesen den bekannten Größen aus TV und Sport öfter einmal untreu und testen stattdessen die Zusammenarbeit mit den neuen Stars der Internet-Ökonomie: den Influencern mit ihren zahllosen Followern auf Instagram oder YouTube.

Aldi etwa kündigte im bereits im April dieses Jahres eine langfristige Kooperation mit fünf verschiedenen Influencern an. Dadurch solle die Marke Aldi Süd "für eine jüngere Zielgruppe erlebbar und nahbarer gemacht werden", sagte damals der Aldi-Süd-Marketingdirektor Marco Ganser. Ende September brachte der Discounter dann erstmals Kosmetikprodukte auf den Markt, die in Zusammenarbeit mit zwei Influencerinnen entstanden. Und auch Lidl setzte in diesem Frühjahr nach der Kooperation mit Heidi Klum für eine Frühjahrskollektion seiner Modemarke Esmara auf die Zusammenarbeit mit den Influencerinnen DominoKati, Patrizia Palme, Shanti Joan Tan und Valentina Pahde.

Für den Marketing-Experten Fassnacht ist das nur konsequent. "Gerade die junge Generation fühlt sich solchen Influencern einfach näher und sie genießen hohe Glaubwürdigkeit", urteilt er. (dpa)



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Autor: W&V Redaktion

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