Spenden statt Werbung sehen :
Adblock-Plus-Koop mit Flattr: Das sagen Experten

Mit "Flattr Plus" wird automatisch ermittelt, für welche gelesenen Artikel der Nutzer Inhalte-Anbietern einen kleinen Betrag spendet. So reagiert die Branche aufs Novum. 

Text: Petra Schwegler

Adblock Plus und Flattr starten mit Flattr Plus eine Spendenalternative zu Werbung ....
Adblock Plus und Flattr starten mit Flattr Plus eine Spendenalternative zu Werbung ....

Der Werbe-Blocker Adblock Plus will der Medienbranche – nach langer Konfrontation – über eine Kooperation mit dem Bezahlsystem Flattr neue Möglichkeiten zum Geldverdienen anbieten. Zusammen haben beide Dienste eine Micropayment-Lösung vorgestellt, mit der User Inhalteanbietern Geld spenden können, statt die Werbung auf ihren Seiten zu sehen.

Die Idee hinter "Flattr Plus" ist, dass ein Zusatz-Programm im Web-Browser automatisch ermittelt, welche Artikel ein Nutzer gelesen hat, und den Inhalte-Anbietern einen kleinen Betrag zukommen lässt.

Zunächst soll es eine Testphase mit eingeschränkter Nutzerzahl geben, erklärten Flattr-Mitgründer Peter Sunde und Laura Dronheim vom AdBlock-Plus-Betreiber Eyeo auf der Internet-Konferenz Republica in Berlin.

Hintergrund: Dienste wie Adblock Plus blenden bei der Anzeige von Websites die Werbung aus. Publisher kritisieren, damit werde ihre wirtschaftliche Grundlage untergraben. Es gab mehrere Klagen, bei denen sich Eyeo bisher durchsetzte, diverse Websites bitten inzwischen Nutzer mit eingeschalteten Werbe-Blockern zur Kasse.

Der Zeitschriftenverband VDZ lehnt Flattr Plus übrigens radikal ab – "als einen weiteren Angriff auf die freie digitale Presse". Dies sei der nächste "vollkommen unseriöse Ansatz von Eyeo, den kein Premium-Publisher in Deutschland in irgendeiner Weise unterstützen wird", wettert Christian Röpke von der "Zeit" für den Verband, Sprecher des VDZ-Arbeitskreises Digitale Medien. Und Christoph Fiedler, Geschäftsführer Europa- und Medienpolitik beim VDZ, fügt hinzu: "Die damit auf die Spitze getriebene Wegelagerei zerstört eine wesentliche Voraussetzung freier digitaler Presse." Flattr Plus sei "wettbewerbswidrig" und dürfe nicht hingenommen werden.

W&V Online lässt in einer Bildergalerie Digitalexperten mit ihrer Einschätzung zu Flattr Plus Wort kommen: Ist die Offerte ein Wendepunkt im Adblock-Dauerstreit? So viel sei verraten: Es steht zu bezweifeln, dass sich User und Inhalteanbieter an dieser Kooperation orientieren werden ...


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.