AGF peppt das Fernsehpanel auf - und misst künftig TV am PC

In die Quotenmessung der AGF soll 2013 erstmals die Live-Stream- und Mediatheken-Nutzung über PCs und mobile Geräte integriert werden. 2014 könnte das Ganze dann schon Routine werden...

Mobile Fernsehnutzung soll künftig in die Reichweitenmessung der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF), in der ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 zusammengeschlossen sind, einfließen.

Die Quotenlösung passiert in Schritten: 2013 soll erstmals die Live-Stream- und Mediatheken-Nutzung über PCs und mobile Geräte integriert werden. In der Folge soll das GfK-Panel erweitert werden. Neue Messung und erweitertes Panel ergeben eine neue Basis, die ab 2014 für die Quotenmessung gelten könnte. Die Nachrichtenagentur "dapd" meldet, dass die AGF derzeit Gespräche mit verschiedenen Dienstleistern führt. Eine Entscheidung, wie die zusätzlichen Nutzungswege künftig gemessen werden, soll sogar noch bis zu diesem Sommer fallen – kündigt Matthias Wagner, Sprecher der Technischen Kommission der AGF, an.

Für die künftig deutlich erweiterte Datenerhebung will und muss die AGF das bestehende TV-Panel erweitern. Derzeit wird darin repräsentativ die Fernsehnutzung von 5100 Haushalten erfasst. Aber dafür müssen die Empfangsgeräte umgerüstet werden. Demografische Daten über Alter und Geschlecht der PC-TV-Nutzer sollen in einem zweiten Schritt abgerufen werden. "Bis Ende 2014 sollte das System in voller Ausbaustufe stehen", sagt AGF-Mann Wagner der "dapd“.

Noch liegt es bei den Sendern, Nutzer von Live-Stream- und Mediatheken-Angeboten zu selbst zu zählen. Aber für die Vermarktung dieser Angebote sind valide und neutrale Daten der AGF unerlässlich. Das Unternehmen bietet eine Zwischenlösung für die Sender an: Ab dem 1. Juli dieses jahres könnte über das neue "UMX-Messmodul“ auch Haushalte erfasst werden, die Fernsehen über die IPTV-Technik empfangen, so Wagner.

Die AGF hat in den vergangenen Jahren immer wieder das Panel und die Messung den Veränderungen im TV-Markt angepasst. 2009 etwa ist die zeitversetzte TV-Nutzung über Festplatten- und DVD-Recorder hinzugekommen ebenso wie die Möglichkeit, Gäste zu registrieren. Das Panel selbst ist in den vergangenen Jahren um ausländische Mitbürger erweitert worden, nachdem lange Jahre nur Deutsche als „echte“ Zuschauer gegolten haben.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit