AGF: So zählt IPTV demnächst zur TV-Quote

Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) misst ab 1. August auch die Einschaltquoten von IPTV mit einem „repräsentativen Anteil von 3,1 Prozent als vorerst kleinste Empfangsebene“.

Text: Petra Schwegler

28. Jun. 2012

Es ist soweit: In Kürze geht die Online-TV-Nutzung in die Quotenrechnung ein.

Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) misst ab 1. August auch die Einschaltquoten von IPTV mit einem „repräsentativen Anteil von 3,1 Prozent als vorerst kleinste Empfangsebene“ – und eben als vierte Ebene neben Kabel, Satellit und terrestrischer Verbreitung.  Über ein „Audiomatching“ werden rund 280 Sender erfasst. Zugleich verkleinert die AGF das GfK-Panel von 5.100 auf 5.000 Haushalte.

Bei Audiomatching handelt es sich um ein ergänzendes Messverfahren zum bestehenden TC score. "Das Audiosignal eines im Haushalt genutzten Senders wird mit einem in einer Zentrale erfassten Referenzsender abgeglichen. Dabei erkennt das Verfahren Nutzungsvorgänge ab einer Länge von zwei Sekunden", erklärt Matthias Wagner, Sprecher der Technischen Kommission.

Und es geht noch weiter: Um die Stabilität der AGF-Währung auch unter veränderten Bedingungen zu garantieren, werde die AGF das Segment Streaming in naher Zukunft in die Messung einbeziehen, heißt es. "Unser Ziel ist die Entwicklung von vergleichbaren Standards zur Leistungsbewertung von TV und Online",  so Robert Schäffner, Leiter der AG Streaming. Hierfür prüfe die AGF derzeit verschiedene methodische und messtechnische Ansätze: „Derzeit befindet sich die Audiomatchingtechnologie im Probebetrieb zur Messung der Nutzung von TV-Content am PC, parallel laufen die Vorbereitungen zur Streaming Media Messung in einem separaten Panel“, heißt es.

Hinter der AGF, seit 1988 Auftraggeber der kontinuierlichen Fernsehforschung in Deutschland, stehen ARD, ProSiebenSat.1 Media AG, Mediengruppe RTL Deutschland und ZDF. Sie haben inzwischen nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen Euro in die Durchführung und Weiterentwicklung des Systems der Fernsehzuschauerforschung in Deutschland investiert. Künftig sollen mehr als 20 Millionen pro Jahr in das System gesteckt werden.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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