Alice Schwarzer vs. Jörg Kachelmann: "Emma"-Chefin zieht den Kürzeren

"Emma"-Chefin Alice Schwarzer unterliegt Jörg Kachelmann vor Gericht. Es geht um Äußerungen rund um den Prozess, bei dem der Wettermann aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf der Vergewaltigung frei gesprochen wurde...

Text: Petra Schwegler

02. Jul. 2012

Der Freispruch von Ex-ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung ist jetzt ein Jahr her. Mit Alice Schwarzer, die während des Prozesses via „Bild“ und auch sonst das Wort gegen den Schweizer geführt hat, liegt sich Kachelmann immer noch in den Haaren. Jetzt ist die „Emma“-Chefin Kachelmann vor Gericht unterlegen. Wie unter anderem der „Spiegel“ berichtet, war Anlass des erneuten Rechtsstreits eine Passage in ihrer Zeitschrift "Emma", die als Vorwurf der Vergewaltigung verstanden werden könnte. "Emma" hat darin "Claudia D." im Winter in eine Reihe gestellt mit "86.800 geschätzten vergewaltigten Frauen im Jahr, deren Vergewaltiger nie angezeigt, nie angeklagt oder nie verurteilt wurden". Mit "Claudia D." hatte die Presse den Namen von Kachelmanns Ex-Geliebter abgekürzt, die ihn angezeigt hatte.

Kachelmanns Anwalt Ralf Höcker hat dagegen im Februar eine einstweilige Verfügung erwirkt, Schwarzer legte Widerspruch ein. "Claudia D." sei ein Allerweltsname, so ihr Anwalt, und nicht zwingend jene Frau; zudem wisse der Leser, dass Kachelmann freigesprochen wurde. Das Kölner Landgericht stimmt dem nicht zu. Gegen das Urteil könnte Schwarzer in Berufung gehen.

Kachelmann triumphiert indes über seine Widersacherin. Wie stets nach den Verfahren gegen die Presse tut der Schweizer seine Freude krud im Social Web kund: Am Montag nach dem „Spiegel“-Artikel twittert Jörg Kachelmann und verbreitet so - gewohnt hämisch - die Mitteilung seines Anwalts.  


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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