T-Online-Zukauf lohnt :
Als größter Digitalvermarkter erzielt Ströer Umsatz- und Ergebnisrekord

Außenwerber Ströer steigert nach dem Zukauf von Interactive Media und T-Online Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr deutlich.

Text: Petra Schwegler

Für Ströer-Lenker Udo Müller geht die Strategie auf.
Für Ströer-Lenker Udo Müller geht die Strategie auf.

Bei Ströer häufen sich die Rekorde: Nach einem ohnehin schon starken ersten Quartal melden die Kölner fürs erste Halbjahr ein Umsatzplus in Höhe von 38,2 Prozent auf 502,3 Millionen Euro. Der Anstieg sei "maßgeblich auf die im November 2015 vollzogene Akquisition von T-Online, als auch auf das organische Umsatzwachstum in Höhe von 8,7 Prozent zurückzuführen", heißt es dazu von Ströer. In der Tat: Allein der Umsatz in Ströers Segment Digital ist von 88,2 Millionen auf 210,3 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2016 angestiegen.

Auch die weiteren Kennzahlen sind sehr positiv: Das Operational Ebitda von Ströer liegt mit satten 46 Prozent über Vorjahr – jetzt bei 114,6 Millionen Euro. Das bereinigte Ebit wächst noch stärker - um 69 Prozent auf 75,9 Millionen Euro. Unterm Strich bleiben beim bereinigten Halbjahresergebnis 60,6 Millionen Euro übrig, 79 Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2015. Das Ergebnis habe sich "herausragend entwickelt", urteilt das Unternehmen, dessen Wachstumsraten im Frühjahr von einem Hedgefonds angezweifelt wurden.

Muddy Waters gibt auch jetzt keine Ruhe. Über den Kurznachrichtendienst Twitter stellte der Hedgefonds erneut die Berechnungen zum organischen Wachstum in Frage. Die Aktie von Ströer ging trotz der guten Halbjahresbilanz in der Folge am Donnerstag auf Berg- und Talfahrt. 

Fürs Gesamtjahr geht Udo Müller, Vorstandsvorsitzender von Ströer, nun von einem Ebitda von mehr als 280 Millionen Euro aus – bei einem Konzernumsatz zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro. Müller blickt zufrieden auf die Zukäufe des Vorjahres und der vergangenen Monate – Statista, Stayfriends, Foodist – und betont:

"Wir kombinieren die Profitabilität etablierter Unternehmen mit der Dynamik stark wachsender, junger Geschäftsmodelle und können so nachhaltig und profitabel wachsen. Unsere Strategie zahlt sich aus."

Die 300 Millionen Euro schwere Übernahme von T-Online und den einstigen Telekom-Vermarkter Interactive Media durch Ströer wurde im vergangenen Herbst amtlich. Das Bundeskartellamt hatte ohne Auflagen zugestimmt. Damit ist mit Ströer nach Agof-Zahlen der größte Onlinevermarkter Deutschlands entstanden.

Noch ein Blick aufs einstige Kerngeschäft Außenwerbung mit rund 300.000 Werbeträgern hierzulande: Ströers Segment "Out-of-Home Deutschland" konnte im ersten Quartal an die sehr gute Entwicklung aus dem Vorjahr anknüpfen. Jetzt steht der Halbjahresumsatz mit einem Plus in Höhe von 9,6 Prozent bei nun 234,6 Millionen Euro im Buche. Probleme machen bei der Außenwerbung allerdings der internationale Bereich mit Wechselkurseffekten und die Unsicherheiten in der Türkei.

Ströer beschäftigt inzwischen rund 4100 Mitarbeiter an mehr als 70 Standorten.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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