Beim Thema Transparenz sind den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nach Einschätzung des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Paul Kirchhof Grenzen gesetzt. Er hat zu dem Thema ein Gutachten verfasst, das der ARD-Vorsitz in Auftrag gegeben hatte. Der Wettbewerb zwischen Rundfunkanstalten und privaten Unternehmen etwa um Programme und Rechte dürfe nicht dadurch verfälscht werden, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu durchgehender Transparenz verpflichtet würde, argumentiert Kirchhof.

Wie viel etwa für Filmrechte im Einzelfall ausgegeben wird, dürfte auch künftig nicht öffentlich werden. Mehr Transparenz etwa durch Ausweisen von Gesamtbudgets, durch pauschalisierte Angaben zu Honoraren oder Gehältern und Kostengesamtvergleiche für bestimmte Sendungen – das sei möglich.

BR übernimmt 2018 den ARD-Vorsitz

Die ARD-Hauptversammlung beschloss übrigens, dass der Bayerische Rundfunk 2018 den ARD-Vorsitz übernehmen wird. Damit wird der BR-Intendant Ulrich Wilhelm nächster ARD-Vorsitzender. "Nicht glücklich" sind die Intendanten indes mit dem TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz. Man hätte sich mindestens zwei Duelle gewünscht, Kanzlerin Merkel habe sich aber nur für eines zur Verfügung gestellt, sagte Herres, dessen Vertrag bei der Intendantensitzung bis 2021 verlängert wurde - ebenso wie jener von Funk-Programmgeschäftsführer Florian Hager.

Man habe sich letztlich die Frage stellen müssen: "Machen wir's oder lassen wir's?" Es sei eine Güterabwägung gewesen, und da sei die ARD zu dem Schluss gekommen, dass ein Verzicht größere Nachteile gehabt hätte. Das überwältigende Interesse - mit mehr als 16 Millionen Zuschauern war es die meistgesehene Sendung des Jahres - habe diese Entscheidung bestätigt. Wie man es in vier Jahren machen werde, könne man jetzt noch nicht sagen, sagte Herres.

Die Intendanten beschlossen auch, den ARD-Faktenfinder fortzusetzen. Das Verifikationsteam von ARD-aktuell in Hamburg sucht nach Fake News im Netz und recherchiert die Informationen nach. Die Rechercheergebnisse veröffentlicht die ARD unter faktenfinder.tagesschau.de und über die sozialen Netzwerke. Das größte Interesse gab es der ARD zufolge bisher im Juli: In dem Monat mit dem G20-Gipfel in Hamburg seien fast 900.000 User von externen Plattformen wie Google, Facebook oder Twitter auf die Faktenfinder-Website gekommen.

W&V Online/dpa


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