Ausgabe 2: Condé Nast vernetzt "Wired" neu

Die zweite Ausgabe der deutschen "Wired" liegt vor – die erste des Chefredakteurs Alexander von Streit. Er hat Lehren aus der Premiere des Condé-Nast-Titels im vergangenen Herbst gezogen. Als Autor mischt unter anderem der DDB-Kreative Amir Kassaei mit.

Text: Petra Schwegler

10. Apr. 2012

Bei der ersten deutschen "Wired"-Ausgabe, die unter seiner Regie entstanden ist, hat der neue Chefredakteur Alexander von Streit einige Änderungen im Vergleich zur ersten Testausgabe aus dem vergangenen Herbst vorgenommen.

So sind in der Ausgabe II des Condé-Nast-Magazins, die seit Dienstag am Kiosk liegt, mehr Lesegeschichten zu finden - "ein Wunsch, der auch von den Lesern geäußert wurde", berichtet Alexander von Streit. Außerdem werden ab sofort mehr Geräte aus dem digitalen Alltag des Publikums getestet - in der aktuellen Ausgabe sind das etwa Kopfhörer und Smartphones. Zudem soll eine große Bilderstrecke am Ende dem Heftrhythmus eine weitere Note verleihen.

Von Streit betont: "Zudem wird der für die Launch-Ausgabe bewusst gewählte Deutschland-Fokus in den künftigen Ausgaben gelockert. Die deutsche ‚Wired‘ bleibt ein Magazin für deutsche Leser, kennt aber in ihrem breiten Themenspektrum keine nationalen Grenzen." Die veränderte Struktur des Magazins, das sowohl am Kiosk zum Singlepreis von 3,80 Euro als auch am Donnerstag im Bundle mit dem Lifestyle-Männer-Titel "GQ" erscheint, soll die Basis für weitere Ausgaben bilden. Das nächste Heft ist bereits für den kommenden September terminiert worden.

Die 140 Seiten starke aktuelle Ausgabe (mit vielen Anzeigen) kommt mit der Titelgeschichte "Das Web steht vor dem Black Out – wie es trotzdem weitergeht" daher. Hier beleuchtet die Redaktion, wie der Kampf um die Hoheit über digitale Inhalte das Web verändert, und entwickelt Szenarien für die Zukunft des Internets. Zuckerl: die "Graphic Novel" von Comic-Legende Rick Veitch, die das Leben des inhaftierten Megaupload-Gründers Kim Schmitz ironisch nacherzählt. Im Ressort "Think" geben Experten Denkanstöße zu aktuellen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. So schreibt beispielsweise Kommunikationsexpertin Miriam Meckel über die Konsequenzen einer von Algorithmen dominierten Gesellschaft. Der DDB-Manager, Kreative und Social-Media-Anhänger Amir Kassaei beschreibt die Markenwerbung der Zukunft. Thomas Knüwer, der dem Redaktionsteam von "Wired" jetzt als Editor-at-Large beratend zur Seite steht, reflektiert in seiner Gesellschaftskritik über das Internet als gewaltige Nostalgiemaschine.

Im September vergangenen Jahres hat die Launch-Ausgabe unter Thomas Knüwer großes Interesse in der Netzwelt gefunden. Condé Nast zählte rund 110.000 verkaufte Hefte und über 14.000 bezahlte App-Downloads. In einer Leserbefragung mit über 750 Teilnehmern geben 86 Prozent an, dass ihnen die Pilotausgabe "gut" oder "sehr gut" gefallen hat. Ebenso viele geben dem Verlag zufolge diese Bestnoten für die grafische Umsetzung durch das Team um Art Director Markus Rindermann.

Der Münchner Verlag Condé Nast begleitet das aktuelle Heft erstmals mit einer Kampagne. Geplant sind Online-Werbung und Eigenanzeigen. Der Auftritt wurde im eigenen Haus konzipiert.

mp/ps


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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