Großbritannien :
Bauer UK trennt sich von Grazia-Chefredakteurin

Die Auflage im freien Fall und Unruhe in der Redaktion: Jetzt musste Chefredakteurin Natasha Pearlman gehen.

Text: Franz Scheele

Die Auflage des britischen Mode- und Lifestyle-Magazins Grazia befindet sich schon seit Längerem im freien Fall – und auch die Stimmung in der Redaktion soll laut britischen Medienberichten zuletzt nicht besonders gut gewesen sein. Die Mitarbeiter seien "praktisch in Aufruhr", berichtete beispielsweise das News-Portal Buzzfeed, das sich auf eine nicht namentlich genannte Quelle im Verlag bezog. Jetzt hat Bauer Media UK, die britische Tochter des Hamburger Verlagshauses, die Reißleine gezogen und sich von Chefredakteurin Natasha Pearlman getrennt.

Nach den jüngsten Zahlen des Auflagenkontrolleurs ABC kam das Bauer-Blatt in den sechs Monaten bis Ende 2017 nur noch auf eine durchschnittliche Auflage von 102.000 Exemplaren – von denen auch noch 12.000 als Freiexemplare verteilt wurden (W&V berichtete). Dies ist ein Minus von 16 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016. Der Auflagenschwund hält damit kontinuierlich seit 2009 an, als die Auflage noch bei knapp 230.000 Exemplaren lag.

Pearlman hatte 2015 die Chefredaktion von Gründungs-Chefin Jane Bruton übernommen. Nachdem Bauer Media die Branchenberichte über den Abgang Pearlmans zunächst nicht kommentieren wollte, hat der Verlag inzwischen die Trennung bestätigt und den "großen Beitrag" Pearlmans zu der innovativen Weiterentwicklung der Marke Grazia hervorgehoben. Die Nachfolge soll "zu gegebener Zeit" bekannt gegeben werden.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.