Bei Springer bringt Digitales fast schon so viel ein wie "Bild" & Co.

Der Medienkonzern Axel Springer legt zum Jahresauftakt stärker zu als erwartet. Das liegt unter anderem daran, dass die Geschäfte im Internet brummen.

Text: Petra Schwegler

09. May. 2012

Mathias Döpfners Strategie für den Springer-Konzern scheint aufzugehen. Das Mutterhaus von "Bild" und "Welt" profitiert zunehmend vom Ausbau des vom Konzernlenker forcierten Internetgeschäfts. Zum Jahresauftakt setzt der Verlag mit digitalen Angeboten schon fast so viel um wie mit den nationalen Zeitungen (263 bezwiehungsweise 276 Millionen Euro). "Durch das dynamische Wachstum der digitalen Medien konnte Axel Springer einen spürbaren Umsatzrückgang bei den internationalen Printmedien überkompensieren", heißt es. Döpfner wörtlich: "Mittlerweile stammen bereits mehr als die Hälfte der gesamten Werbeerlöse und ein Drittel des operativen Ergebnisses von Axel Springer aus dem digitalen Geschäft."

Konzernweit sei der Umsatz um sieben Prozent auf 789 Millionen Euro gestiegen, teilt das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legt um 7,5 Prozent auf 136,5 Millionen Euro zu. Damit liegt Springer sogar über den Werten, die Experten vorhergesagt haben.

Vorstandschef Döpfner bestätigt darüber hinaus die Prognose für das laufende Jahr. Demnach soll der Umsatz 2012 im einstelligen Prozentbereich zulegen. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn soll leicht steigen. Dabei erwartet der Vorstandschef, dass die Erlöse und das operative Ergebnis im Printgeschäft etwas sinken. Dies könne jedoch durch ein prosperierendes Internetgeschäft, das zuletzt immer wieder auch durch Übernahmen gestärkt wurde, mehr als ausgeglichen werden.

Springer setzt im Internet auf eigene Printmarken und deren digitale Ableger der Printprodukte wie bild.de, zum anderen auf Spezialportale wie Finanzen.net, Motor-talk.de oder Transfermarkt.de. Zudem ist Springer vertreten in Online-Rubrikenmärkten und auf Marktplätzen wie der Immobilien-Börse Immonet.de oder dem Job-Portal Stepstone.de.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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