Digitalstrategie :
Bloomberg.com senkt die Zahlschranke

Der Wirtschaftsdienst launcht eine Metered Paywall und bietet zwei Abo-Modelle. Frei zugänglich bleiben nur zehn Artikel pro Monat.

Text: Franz Scheele

Nachdem in den vergangenen Jahren Hunderte US-Zeitungen die eine oder andere Paywall-Variante für ihre Websites gelauncht haben, folgten zuletzt auch zahlreiche Zeitschriften-Websites. So erst vor Kurzem die Condé-Nast-Titel Wired und Vanity Fair. Jetzt hat auch der Wirtschaftsdienst Bloomberg für seine Website Bloomberg.com eine Zahlschranke heruntergelassen.

Die Bloomberg Media Group, die Medien-Unit von Bloomberg L.P., entschied sich – wie viele andere Medienunternehmen – für eine sogenannte Metered Paywall – und bietet dabei zwei Abo-Varianten, wie Chefredakteur John Micklethwait in einem Brief an die Nutzer mitteilt. Kostenlos zugänglich bleiben nur noch zehn Artikel pro Monat plus 30 Minuten täglich für den Livestream von Bloomberg TV. Dann senkt sich die Zahlschranke.

Die Abo-Variante "Digital" kostet 34,99 Dollar pro Monat, wobei für die ersten sechs Monate lediglich 9,99 Dollar berechnet werden. Dafür erhält der Nutzer unbegrenzten Zugang zu Bloomberg.com, zu allen Videos, Podcasts und Bloomberg TV. Enthalten sind auch die Mobil- und Tablet-Apps sowie tägliche Newsletter speziell für Abonnenten.

Die Variante "All Access" kostet 39,99 Dollar pro Monat, in den ersten sechs Monaten ebenfalls nur 9,99 Dollar. Zusätzlich zu dem Content der Digital-Variante erhält der All-Access-Abonnent das Wochenmagazin Bloomberg Businessweek sowie Zugang zur exklusiven Event-Reihe Bloomberg Live.

Bei der Website seines Wirtschaftsmagazins Bloomberg Businessweek hatte die Bloomberg Media Group bereits vor einem Jahr ein ähnliches Bezahlmodell eingeführt. Bloomberg hatte die Businessweek erst im Jahr 2009 übernommen.

Damals war Michael Bloomberg, Gründer, Eigentümer und CEO von Bloomberg L.P., gewarnt worden, dass die Zeitschrift ihm jährliche Verluste in Höhe von 25 Millionen Dollar einbringen könnte. Seine legendäre Antwort: "Sehe ich aus wie jemand, der sich darüber Sorgen macht, 25 Millionen Dollar zu verlieren?" Offensichtlich hat bei ihm inzwischen ein Umdenken eingesetzt.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.


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