Media-for-Revenue im E-Commerce :
Burda beteiligt sich am Kaffee-Startup Roast Market

Burda hat den Online-Kaffee-Marktplatz Roast Market getestet und für gut befunden. Jetzt steigt das Medienhaus dort ein. Und zieht Vorteile aus dem E-Commerce-Deal. 

Burda-News-Lenker Burkhard Graßmann hat TEC aufgebaut.
Burda-News-Lenker Burkhard Graßmann hat TEC aufgebaut.

Burda setzt seit Jahren auf E-Commerce als Standbein, um sich unabhängiger vom volatilen Mediengeschäft zu machen. Jetzt beteiligt sich das Medienhaus am Frankfurter Startup Roast Market.

Auf der 2015 gestarteten Online-Plattform werden deutsche und internationale Kaffeesorten sowie Zubehör angeboten. Den Kunden stehen knapp 1000 Produkte und über 47 Marken zur Verfügung. Der Onlinehandel besetze "eine wachsende Nische" auf dem deutschen Markt, heißt es in der Mitteilung von Burda. 

Es prüfe, wer sich länger bindet: Der Medienkonzern steigt nicht ohne Wissen um den Erfolg des Kaffee-Marktplatzes ein. "Die nationalen Medienmarken von Hubert Burda Media haben im Testverfahren im so genannten Media-for-Revenue-Modell mit der Roast Market GmbH zusammengearbeitet. Wegen des großen Erfolgs wurde die Partnerschaft nun mit einer direkten Beteiligung Burdas an Roast Market unterlegt", heißt es. Über die Höhe der Beteiligung schweigen sich die beiden nun enger verbundenen Partner aus. 

Warum der Einstieg für Burda so wichtig ist

Burda-News-Geschäftsführer Burkhard Graßmann lässt durchblicken, warum der Einstieg für Burda einen wichtigen strategischen Schritt darstellt: "Der adressierbare Markt in Deutschland ist rund fünf Milliarden Euro groß und online noch unterpenetriert. Das vorhandene Potenzial ist riesig und daran wollen wir teilhaben", so der Manager.

In den vergangenen Wochen haben diverse Medien-Großmächte ihre Partnerschaften mit Big-Data-Lieferanten verkündet – darunter Ströer und Otto. Es geht darum, mit den Dickschiffen Facebook und Google ein wenig gleichzuziehen und die von der Werbewirtschaft geforderten Login-Modelle für die Vermarktung zu liefern. 

Vorteil der Medienmarke Burda: Laut Graßmann hat die bisherige Zusammenarbeit mit dem Kaffee-Startup gezeigt, dass die Zeitschriften des Hauses das E-Commerce-Angebot deutlich befeuern. "Die Partnerschaft funktioniert für beide Seiten hervorragend", betont der Burda-News-Chef. ProSiebenSat.1 beispielsweise hat die Media-for-Revenue-Modelle im großen Stil nach vorne gebracht und die jungen Unternehmenssatelliten mit Medialeistung im hauseigenen TV-Reich bekannt gemacht.

Die neue Burda-Beteiligung ist übrigens in der TEC GmbH verortet, der von Graßmann und Hubert Jakob aufgebauten Unternehmenseinheit für das strategische Neugeschäft rund um Burdas Printmarken. Jakob ist auch Geschäftsführer von The Enabling Company, wie TEC mit vollem Namen heißt.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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