Investiert wurde 2017 ebenfalls kräftig: 470 Millionen Euro, knapp doppelt so viel wie in den Jahren zuvor. Grund dafür ist die Akquise des britischen Hauses Immediate Media. Das Unternehmen, dessen Herzstück der ehemalige BBC-Titel Radio Times ist, hat ein sehr ähnliches Portfolio wie Burda: Handarbeiten, Garten und Food sind die wesentlichen Pfeiler des Geschäfts, sowohl in Print als auch in Digital. Probleme, die durch den Brexit entstehen könnten, befürchtet Kallen nicht: "England wird deswegen nicht untergehen, die haben schon ganz anderes verkraftet."

Das Geschäft im Osten bröckelt

Deutlich schwieriger ist mittlerweile das Geschäft im Osten. Ursprünglich hatte man bei Burda auf Russland gesetzt, da dort noch starke Lesenationen beheimatet seien. Doch dann kam der Einmarsch Putins in die Krim – und das Geschäft in Russland und der Ukraine brach zusammen. Richten soll es nun die Neuerwerbung Immediate Media, die zuletzt einen Jahresumsatz von 230 Milllionen Euro erzielte.

Zu den erfolgreichsten Digitalunternehmen Burdas zählen 2017 das Businessportal Xing sowie die E-Commerce-Unternehmen Cyberport und Computeruniverse. Xing erzielte einen Umsatz von 188 Millionen Euro (2009: 44 Millionen). Der Hauptanteil wurde mit den Premium-Nutzern erwirtschaftet, 76 Millionen stammen aus E-Recruiting. Werbe-Business und Events machen 18 Millionen aus.

Für 2018 wird ein leichtes Plus erwartet

Für 2018 sind vorerst keine weiteren Zukäufe geplant, so Kallen – auch wenn das Kapital dafür durchaus vorhanden sei.  Der Umsatz werde im laufenden Jahr voraussichtlich weiter moderat auf rund 2,8 Milliarden Euro anwachsen, mit einem Plus sowohl im im Verlags- als auch im Digitalgeschäft. Die Druckereien werden das wohl nicht hinbekommen – was aber auch nicht erwartet wird.

Noch nicht erwartet wird auch der Einstieg der nächsten Burda-Generation ins operative Geschäft:  Die Burda-Erben Jacob, 28, und Lisa, 26, sind seit 2017 zwar bereits Mitglieder  des neu insatllierten Verwaltungsrats. Zu ihrem Pflichtprogramm gehört es nun aber erstmal, "gute Eigentümer zu werden", so Kallen. Über ihren Einstieg ins operative Business brauchen sie vorläufig nicht entscheiden – "nicht in den nächsten Jahren."


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde


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