Dallas-Neuauflage: Schock in der Dusche

Der US-Sender TNT, der ein Revival der Kultserie "Dalls" startet, erinnert in der Teaser-Kampagne an einen spektakulären Moment des TV-Klassikers.

Text: Manuela Pauker

Manch einer wird sich noch an die spektakuläre Szene erinnern, mit der die TV-Serie "Dallas" seinerzeit ihre neunte Staffel begann: Bobby Ewing, ein Sohn der texanischen Öl-Dynastie Ewing, steht unter der Dusche. Das Spektakuläre daran: Am Ende der siebten Staffel war Bobby eigentlich von einem Auto niedergewalzt worden und die ganze achte Staffel lang tot. Tot? Von wegen: Alles nur ein Traum – und zwar von seiner Frau Pamela. Der Aufschrei, der damals durch die TV-Gemeinde in aller Welt ging, war gewaltig. So gewaltig, dass sich die Macher der „Dallas“-Neuauflage noch immer daran erinnern – noch 25 Jahre später: Die Promo-Anzeigen, die das im Juni in den USA startende Revival schon jetzt anteasern, greifen das Duschthema mit einem Hauch von Selbst-Ironie auf. Denn im Gemeinschaftsduschraum der Southfork-Ranch versammeln sich die alten und neuen Serien-Figuren: Der mittlerweile ergraute Bobby neben seinem Bösewicht-Bruder J.R. samt Cowboyhut und dessen trinkfreudiger Gattin Sue Ellen präsentieren sich so inmitten der neuen, jungen Protagonisten. Und für alle, die den Gag nicht ganz kapieren, gibt es noch eine begleitende Zeile: „They’re Back, and No, You’re Not Dreaming.”

Ob der Sender TNT, der die einstige Kultserie ab 13. Juni wiederaufleben lässt, damit auch Traumquoten einfährt, ist noch offen. Zuvor waren andere Sender mit Remakes einstmals beliebter TV-Formate kräftig auf die Schnauze gefallen. Um nur einige Beispiele zu nennen: Die neuen „Drei Engel für Charlie“ floppten bei ABC ebenso wie die nochmal zusammengeschraubte „Bionic Woman“ bei NBC und die blutleere Neuauflage von „Melrose Place“, die der Sender The CW vermutlich in Nachhinein bereut haben dürfte.

Eine abschreckende Wirkung haben derlei Flops allerdings offensichtlich nicht auf die Sender. Denn allerorten sprießen neue Projekte aus dem Boden. Den Vogel schießt hierbei "Die Schöne und das Biest" ab, hierzulande Ende der 80er-Jahre auf Sat.1: Derzeit gibt es gleich zwei Reanimationsprojekte. Eines davon bei ABC, das andere beim Network The CW. An letzterer Version ist immerhin Ron Koslow, Erfinder des Originals, beteiligt. Eine noch ältere Kult-Show, "The Munsters", soll bei NBC zu neuen Ehren kommen.

Damit nicht genug: NBC bastelt zudem an einer Neuinterpretation von "Frankenstein". Immerhin wagt sich CBS bei seiner Wiederverwertungsaktion an ein Genre, das länger brachlag: den Western. Eine Neuauflage von "The Rifleman", im deutschen Raum unter dem Titel "Westlich von Santa Fé", bekannt, befindet sich in Produktion. Für die Kinder ist auch etwas dabei: Die "Flintstones", bekannt als "Familie Feuerstein, werden von "Family Guy"-Macher Seth MacFarlane neu interpretiert. Kein ganz echtes Remake sind zwar die "Carrie-Diaries", die bei The CW laufen sollen. Aber vielleicht freuen sich ja Fans von "Sex and the City" über das Prequel.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde