Der tägliche "Spiegel" :
Die Replik der "Abendzeitung" auf Spiegel Daily

Spiegel Daily gibt es seit dem 16. Mai. Die digitale Tageszeitung wird als "smarte Abendzeitung" angekündigt. Die, so finden die Münchner, gibt es doch schon ...

Text: Susanne Herrmann

Hommage und Seitenhieb: Die Münchner "Abendzeitung" hat in Anspielung auf die "smarte Abendzeitung des Spiegel" ihren Claim heute geändert.
Hommage und Seitenhieb: Die Münchner "Abendzeitung" hat in Anspielung auf die "smarte Abendzeitung des Spiegel" ihren Claim heute geändert.

"An jedem Werktag um 17 Uhr erscheint von nun an SPIEGEL DAILY - die smarte Abendzeitung." So kündigte es der Spiegel Verlag online gestern an; am Starttag der digitalen Tageszeitung Spiegel Daily (mehr dazu hier und hier).

Eine "smarte Abendzeitung" also aus Hamburg. Erscheint ja gegen Abend.

In München wundert man sich. Beziehungsweise: Nimmt das als Kompliment. Eine "Abendzeitung" ("AZ") nämlich gibt es hier. Dass die Macher sie smart finden (unter anderem), versteht sich.

"AZ"-Chefredakteur Michael Schilling erwidert den Gruß aus Hamburg mit der heutigen Ausgabe seiner Tages-, pardon, Abendzeitung: Der Claim "Das Gesicht dieser Stadt", sonst unter dem Logo zu finden, wurde für heute ersetzt. "Der wahre Spiegel dieser Stadt" steht hier nun. Einmalig, versteht sich.

Es ist auch ein Gruß an einen ehemaligen Mitarbeiter: Einer der beiden Redaktionsleiter von Spiegel Daily ist Timo Lokoschat. Und der wiederum hat seine Abendzeitungs-Erfahrungen direkt bei der Münchner "Abendzeitung" gesammelt. Die verließ er im Sommer 2016 nach 14 Jahren mit direktem Kurs auf Hamburg. Das Thema Abendzeitung bleibt ihm. Nur vom Papier als Medium hat er sich mit Spiegel Daily verabschiedet.

In München denkt man noch an ihn. Oder - seit gestern - wieder.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.