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Disney Channel will mit der Primetime wachsen

Im Free-TV ist der Disney Channel angekommen - größer werden soll er mit neuer Programmware wie Filme und Musicals zur besten Sendezeit. 

Text: Manuela Pauker

Neue Farbe für den Disney Channel: das Musical "Galavant".
Neue Farbe für den Disney Channel: das Musical "Galavant".

Seit knapp drei Jahren ist der deutsche Disney Channel jetzt im Free-TV on Air – Zeit für eine aktuelle Bilanz: Im August diesen Jahres hat es der Kanal erstmals geschafft, an allen Wochentagen in der Primetime konstant mehr als ein Prozent Marktanteil einzufahren.

Zugleich habe man in diesem Sportsommer während der Fußball-EM und der Olympischen Spiele weniger Zuschauer verloren als noch im WM-Jahr 2014, so Lars Wagner, VP & General Manager Disney Channels. Der Sender sei also "resilienter" geworden: "Das zeigt, dass wir ihn nachhaltig etablieren konnten."

Nichtdestotrotz gebe es noch jede Menge Wachstumspotenzial in der Primetime. Daher wird für die kommende Programmsaison in dieser Zeitschiene sowohl bei den Eigenproduktionen als auch im Spielfilmangebot kräftig investiert. Filme erhalten einen – weiteren – neuen Sendeplatz: Hier finden die Seher statt der bisher laufenden und dann erstmal abgeschlossenen Serie "Gilmore Girls" ab Januar unter dem Label "Hollywood Diamonds" Film-Klassiker wie "Frühstück bei Tiffany", "Casablanca", "Love Story" oder "Cleopatra" – nicht nur Disney-Ware; hier sollen alle Studios vertreten sein.

Ebenfalls neu: Für jeden dieser Filme wird es ein begleitendes moderiertes Online-Magazin geben – "mit viel Stil inszeniert", so Programmdirektor Ralf Gerhardt. das Angebot soll auch dazu dienen, jüngere Zuschauer an Filme heranzuführen, die ihnen bisher möglicherweise eher wenig sagen.

Neue TV-Ware für die ganz Jungen

Für die ganz junge Zielgruppe gibt es ebenfalls mehrere neue Formate. Im Januar startet etwa "Elena von Avalon" – eine Animationsserie über eine überaus emanzipierte junge Prinzessin, die ihr Land tatkräftig regiert. Animiert sind auch die "Abenteuer der Freemaker": Lucas-Film und Lego erzählen in dem "Star Wars"-Ableger die Geschichte einer Schrotthändler-Familie im Weltraum.

Auf etwas Ältere zugeschnitten ist ab 18. November das jeweils freitags ab 19.20 Uhr laufende "The Lodge", in dem die junge Heldin Skye zusammen mit Freunden das alte Hotel ihres Großvaters wieder in Schuss bringt.

Bei den Eigenproduktionen werden die "Disney Magic Moments", moderiert von Steven Gätjen, weiter ausgebaut: Als Show-Ableger ist hier ein Quiz in Arbeit. Außerdem soll bald auch in das Programm des Disney Channel eine Kochshow einziehen: "An die Töpfe, fertig, lecker" soll voraussichtlich im März kommenden Jahres loslegen.

Geworben wird für Jungs-Affines und für Themen-Monate

In Sachen Marketing setzt der Sender derzeit unter anderem auf eine Kampagne für den "König der Löwen"-Spin-off "Die Garde der Löwen", die seit Ende September läuft und es bei den Drei- bis 13-Jährigen nach den beiden ersten Wochen immerhin auf Marktanteile von bis zu 20 Prozent bringt. Für das kommende Jahr sind außerdem, so Lars Wagner, neue Digital-Kampagnen "zu den eher Jungs-affineren Formaten" geplant.

Getrommelt wird darüber hinaus für die neuen "Themen-Monate", die mit Sonderprogrammierungen in der Primetime aufwarten. Der Oktober alias "Monstober" läuft bereits; hier gibt es Unheimliches wie "Krabat", "Beetlejuice" oder "Halloweentown". Der kommende Februar steht dann im Zeichen der Liebe mit Klassikern wie "Susi & Strolch".

Der März wird beim Disney Channel zum "Musical-Monat" erklärt. Neben Dauerbrennern wie "Footloose", "Grease" oder "Moulin Rouge" gibt es hier auch eine deutsche Erstausstrahlung: Das leicht schräge und etwas Monty-Pythonesque Musical "Galavant" dreht sich um einen derangierten Ritter, der seinen Erzfeind besiegen und die Liebe seines Lebens zurückgewinnen soll.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde