Drehbuch-Prozess: Heinze gibt Fehler zu und fand eigene Fake-Bücher "wirklich gut"

Im Drehbuch-Prozess hat die langjährige NDR-Fernsehspielchefin Doris J. Heinze erstmals ausgesagt. Sie räumte am Freitag vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hamburg eigene Fehler ein.

Text: Uli Busch

13. Jul. 2012

Im Drehbuch-Prozess hat die langjährige NDR-Fernsehspielchefin Doris J. Heinze erstmals ausgesagt. Sie räumte am Freitag vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hamburg eigene Fehler ein. Die 63-Jährige soll unter den Decknamen "Marie Funder" und "Niklas Becker" jahrelang eigene Drehbücher von sich und ihrem Mann beim Norddeutschen Rundfunk eingeschleust haben. Heinze bezeichnete ihr Verhalten als "irre großen Fehler" und sagte: "Ich hatte die ganze Zeit natürlich ein schlechtes Gewissen." Sie steht wegen schwerer Bestechlichkeit, schwerer Untreue und Betrugs vor Gericht.

Heinze bedauerte ihr Vorgehen, weil viele Leute beim Sender ihr vertraut hätten. Es sei ihr bewusst, dass sie ihre Stellung beim NDR ausgenutzt habe, sagte die Fernsehspielchefin. Sie galt in der Branche als mächtig und einflussreich. Sie habe die Drehbuchstoffe ihres Mannes und ihre eigenen aber haben wollen, berichtete Heinze. "Ich fand die Stoffe wirklich gut." (dpa)


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