Magazin-Launch :
Ein Blick in "Süddeutsche Zeitung Familie"

Der Süddeutsche Verlag bringt ein Doppelmagazin für Eltern und Kinder an den Start. Erste Eindrücke vom Launch-Heft.

Text: Frank Zimmer

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BMW, Esprit, Ergo und Nomos Glahütte ("Die Uhr zum Abitur") gehören zu den Werbekunden des neuen Magazins "Süddeutsche Zeitung Familie". Magazin? Doppelmagazin müsste es besser heißen, denn das jüngste Produkt des Süddeutschen Verlags (zu dem auch W&V gehört) besteht aus zwei miteinander verbundenen Heften, die mit einem Handgriff getrennt werden und dann separat gelesen werden können: eines für Eltern und eines für Kinder. Eine ziemlich gute Idee der SZ-Familie um Vera Schroeder (Redaktionsleitung) und Yvonne Zmasrsly (Art Director).

Preisverdächtig ist auch das Editorial. Wo sich die meisten neuen Blattmacher auf der Suche nach Originalität und Esprit sinnlos quälen würden (wer liest Editorials?), stehen dort klare und sehr praktische Sätze wie:

"Einfach Umschlag am Rücken ablösen, hinteres Heft an die Kinder weitergeben und einen gemütlichen Platz zum Lesen suchen. Die Kinder sind jetzt erstmal beschäftigt."

Genau so unaufgeregt geht es weiter. Der Elternteil (76 Seiten) im routinierten Hochklasse-Design des "SZ-Magazins", geschrieben im typischen Sound der Süddeutschen. Medien- und Marketingleute außerhalb der Zielgruppe werden zumindest den Datenteil zum Thema Pubertät mögen. Beispiel: 1990 kostete ein Paar Dr-Martins-Schuhe 90 Mark. 2017 sind es 170 Euro. Oder: Die größten Bewegtbildstars hießen 1990 David Hasselhoff, 2000 Zlatko und 2017 Bianca Heinicke. Oder: Die Auflage der "Bravo" sank seit 1991 von 1,58 Mio auf 131.487 im Jahr 2016.

Das bewusst werbefreie Kinderheft (68 Seiten) ist eine Mischung aus Unterhaltung, Wissen und Spiel - Bastelbogen und Aufkleber inklusive. 4- bis 11-Jährige sollen das lesen. Ich muss das zu Hause aber noch testen lassen.

Der Süddeutsche Verlag beschreibt die Zielgruppe so:

  • Moderne Mütter und Väter mit mindestens einem Kind im Alter zwischen vier und elf Jahren.
  • Die Eltern sind gut ausgebildet, beruflich erfolgreich, finanziell gut gestellt und haben Spaß an beidem: dem Familienglück und ihrem Beruf.
  • Sie investieren überdurchschnittlich viel in das Familienleben und die Freizeit.
  • Die Mediennutzung in Form von Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und Internet ist hoch.
  • Es handelt sich überdurchschnittlich häufig um Meinungsführer.
  • Auch engagierte und begeisterte Großeltern gehören zur potenziellen Leserschaft von Süddeutsche Zeitung Familie.

"Süddeutsche Zeitung Familie" erscheint zweimonatlich und kostet im Einzelverkauf 7,90 Euro. Die Auflage liegt bei rund 100.000 Exemplaren.


Autor:

Frank Zimmer

Redaktionsleiter Online mit analogem Migrationshintergrund. Seit 1996 im Internet. Buchautor („Der Social-Media-Rausch“) und Gelegenheitsblogger. Interessiert sich für digitale Kommunikation und Design Thinking. Hat eine Schwäche für Agenturen, weil er mal in einer gearbeitet hat.



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